Freitag, 11. Januar 2019

Kathrin Lange - "Cherubim"

Kathrin Lange
Cherubim
Verlag: aufbau digigal
ISBN: 9-783-841-20460-8
Seiten: 421

Oh man, was war ich enttäuscht, als ich kurz vor Beginn mitgeschnitten habe, dass ich schon wieder eine Reihe erwischt hatte, von der ich nur einen Teil besitze. Es war eigentlich nur Trotz, der mich das Buch dann doch hat lesen lassen. - Aber dieser Trotz hat sich durchaus bezahlt gemacht. Im Nachhinein betrachtet, wäre es ein echter Verlust gewesen, wenn ich das Buch ungelesen zur Seite getan hätte. Denn mir hat die Lektüre super gut gefallen.

Bei diesem Buch handelte es sich um den mittleren Band einer Trilogie. Das habe ich allerdings an der Geschichte selber so gar nicht bemerkt, sondern einzig und allein aus Informationen entnommen, die ich im Vorfeld gelesen habe. - Ja, man hat es eigentlich nicht gemerkt, dass mir da vorne weg ein Buch gefehlt hat. Die Story war in sich geschlossen und hat auf den ersten Band kaum Bezug genommen. Ich habe auch so alles verstanden, was für die Geschichte notwendig war.
Beim Lesen bin ich in ein historisches Nürnberg eingetaucht, in dem wahrhaft ungeheuerliche Taten statt finden. Vollkommen glaubwürdig wird die Protagonistin „Katherina“ dargestellt, die mit wichtigen Informationen einfach nicht ernst genommen wird. Sie ist ja schließlich „nur“ eine Frau und hat auch so genug auszustehen.
Einen Film hatte ich beim Lesen nicht vor meinem geistigen Auge. Das Buch hat auf andere Weise fasziniert. Ich war komplett gefesselt. - Es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich gemerkt habe, wo der Hase bei der Story denn nun eigentlich lang laufen soll, aber als die Geschichte dann Fahrt aufgenommen hatte, ging es Schlag auf Schlag. Auch ich war mehr als einmal auf der falschen Fährte, was die Morde angeht. Und als das Geheimnis dann endlich gelüftet wurde, von einer Person, von der ich es als Letztes erwartet hatte, ist mir beim Lesen ein Gänsehautschauer über den kompletten Körper gelaufen. Ich konnte und wollte so eine Skrupellosigkeit nicht begreifen. - Da hat die Autorin einen ganz schönen Hammer abgeliefert.
Am Schluss hat die Autorin auch noch über die Krankheit aufgeklärt, um die es in dem Buch geht. Gehört habe ich davon allerdings noch nichts. Aber es zeigt einmal mehr, dass auch der Mensch alles andere als perfekt ist. An was auch so ein Mensch alles sterben kann... Alle Achtung!
Auf jeden Fall war das Buch aber eine spannend Lektüre, vor der ich etwas Respekt hatte, das aber unbegründet war. Ja, in die Schreibweise musste ich mich erst rein finden, aber das hat nicht lang gedauert. Ab dem Zeitpunkt hat sich mir eine vollkommen glaubwürdige mittelalterliche Welt aufgetan. Ich habe die Story gern gelesen und finde es fast schon schade, das sich die letzten 200 Seiten so „verschlungen“ habe. Nun ist das Lesevergnügen schon wieder vorbei und ich muss sehen, das sich ein Neues bekomme.

Ich bewerte das Buch mit den vollen 5 von 5 möglichen Sternen. Die Story war glaubwürdig, der Schreibstil leicht und dem Genre angepasst, ohne übertrieben mit historischem Wissen voll gepackt zu sein. Das, was an Informationen notwendig war, wurde so geschickt in die Handlung eingepasst, dass es halt einfach dazu gehört hat. Zu keiner Zeit bin ich aus der Handlung raus geflogen und alles in Allem war das ein super kurzweiliges Vergnügen.
Eine Leseprobe findet ihr wieder auf meiner Website. So könnt ihr euch ein Stück weit selber ein Bild machen.
Wir lesen uns!

(Auszüge des des Textes sind auf meiner Website und auch auf Lovelybooks von "TanteGhost" zu finden.)