Freitag, 22. Juni 2018

Marianne Fredrikkson - "Simon"

„Simon“
Marianne Fredriksson
Bertelsmann Club GmbH
ISBN: 978-3-10-401384-8
Seiten: 412

Das Buch habe ich im öffentlichen Bücherregal unserer Stadt gefunden. Das Cover und die Story haben mich neugierig gemacht. Ein jüdischer Junge, der quasi unbehelligt den 2. Weltkrieg durchlebt und ein Leben führen kann. Das klang interessant. Ich habe mich auf die Lektüre gefreut, doch dann wurde ich bitter enttäuscht.

Ich hab ein kleines Problem, ich will ein Buch rezensieren, von dem ich gar nicht wirklich eine Ahnung habe, was ich sagen soll. - Auf das Buch habe ich mich eigentlich total gefreut. Die Story hatte für mich das absolute Potential, aber dann.
Als ich das Cover gesehen habe. In freundlichen gelben Farben mit dem Foto des kleinen Jungen auf einem Schwarzweißbild. Den Titel in roter Schrift und die restlichen Informationen in Schwarz. Dann der Klappentext.... - Ich habe mir die totale Dramatik erhofft. Und dann kam das.
Die Dramatik ist am Ende vielleicht auch da gewesen. Allerdings habe ich davon nichts gemerkt. Ich bin komplett über Erzählweise der Autorin gestolpert. Viel zu umständlich. Viel zu gezwungen poetisch stolpert sie durch die Handlung die für mich damit sämtlichen Reiz verloren hatte. Ich habe alles nur oberflächlich gelesen und vieles nicht wirklich verstanden.
Lesepausen habe ich bei diesem Buch unheimlich gern eingelegt. Allerdings habe ich zum Schluss hin dann eine Art Gewaltritt gemacht, um das Buch endlich hinter mir zu haben. - Das Ende hat mich enttäuscht. Der Sinn des Buches hat sich mir in dem Moment so gar nicht erschlossen. Da erzählt die Frau erst seitenlang eine Kindheit im Krieg, von einem Kind, was auch noch jüdischen Ursprungs ist, um dann aufzuhören, als dieses Kind endlich sein Studium abgeschlossen hat und leben könnte. Genau dann ist schluss. - Ich war enttäuscht. Hochgradig!!!
Beim Lesen habe ich keinen zusammenhängenden Film vor meinem geistigen Auge gehabt. Stückchenweise habe ich mal Bilder gesehen, aber das waren nur einzelne Augenblicke. Dem entsprechend flach fand ich auch die Handlung.
Schade, der Stoff hätte das absolute Potential gehabt. Statt dessen wurde das Thema Judenhass im 2. Weltkrieg in meinen Augen nur angerissen und es kam eine Familiengeschichte von einem Adoptivkind heraus. - Schade um den Stoff.
Das Buch hat sich nicht gelohnt. Ich hätte es im öffentlichen Bücherregal lassen sollen. - Da wandert es jetzt auch wieder hin. Der Fairness halber. Vielleicht findet es der nächste Leser ja besser als ich.
Für mich steht jedenfalls fest, dass ich von dieser Frau wohl nichts mehr lesen werde. Ich komme mit ihrem Schreibstil einfach nicht klar.

Viel mehr gibt es über dieses Buch auch nicht zu sagen. Ich will es auch nicht komplett zerreden. Auf jeden Fall bekommt es von mir lediglich 2 von 5 möglichen Sternen. Ich tendiere eher zu einem Stern, aber dabei habe ich auch Bauchschmerzen. Deswegen zwei.
Einen Stern Abzug gibt es für die Enttäuschung allgemein. Einen für die absolut komische Art zu erzählen, mit der ich so gar nicht klar gekommen bin und den dritten für die Verschwendung von eigentlich richtig gutem Stoff. - Also, in meinen Augen verschwendet.
Ansonsten hat es wieder eine Leseprobe auf meiner Website.

Wir lesen uns!

(Auszüge des des Textes sind auf meiner Website und auch auf Lovelybooks von"TanteGhost" zu finden.)