Montag, 21. Mai 2018

Pete Smith - "1227 Verschollen im Mittelalter"

Pete Smith
"1227 - Verschollen im Mittelalter"
Edition Gegenwind
ISBN: 9-783-739-92932-95
Seiten: 195

Ich verstehe nicht, warum Zeitreisen in der Belletristik so wenig Beachtung finden. Das Thema hat doch Potential ohne Ende... - Hier hatte ich jedenfalls endlich mal wieder ein Buch zu diesem Thema gefunden und bin mit großen Erwartungen ran gegangen.

Von der Seitenzahl ein wirklich niedliches, kleines Büchlein. Ein Jugendbuch, wie mir dann ziemlich schnell klar wurde. Aber in dem Fall ist das so ziemlich egal. Denn die Story ist toll. Sie war anders, als ich es erwartet hatte, aber deswegen trotzdem toll. Zeitreisen bieten doch immer reichlich Stoff zum Nachdenken.
Kluge Köpfe in einer Eliteschule sind ja nicht seltenes. Dass aber ein der der klugen Köpfe eine Zeitmaschine baut, ist dann schon etwas anderes. - Der Autor macht einen geschickten Zug, indem er einen Haken um einen angeblich entführten Mitschüler geht. Ich dachte wirklich, dass die komplette Klasse durch dieses gewaltige Gewitter durch die Zeit befördert wird. Klasse geschrieben, die Stelle.
Auch so war der Text einfach und gut verständlich geschrieben. Die paar Fachbegriffe am Anfang und am Ende des Buchens sind nicht weiter tragisch. Einiges konnte ich mit Logik verstehen, anderes wurde durch die Handlung erklärt.
Auch die Zeit, die die Protagonisten im Mittelalter verbringen, war authentisch. Der Autor konnte das Leben und das allgemeine Misstrauen gut in der Handlung einbringen. Es wirkte alles irgendwie ehrlich ich hätte es ihm auch abgekauft, wenn er mit das als wahre Begebenheit erzählt hätte.
Einzig das Turnier an sich war etwas langweilig und ausschweifend beschrieben. Ich habe genau das vor mir gesehen, was die streifen aus Hollywood auch immer erzählten. Ich denke nicht, dass es dazu einer großartigen Recherche bedurft hätte.
Einzig die Burg hat mein Interesse geweckt. Da werde ich auf jeden Fall mal googeln, ob es die gibt oder nicht. Der Name dürfte ja so oft nicht auf einer Burg lasten.
Das Cover meiner Ausgabe war allenfalls ein wenig nichtssagend. Das hat mich das Buch auch immer mal wieder hinten an stellen lassen. - Aber es hat sich ja dann doch eine spannende Handlung ergeben. Und auch die Tatsache, dass es ein Jugendbuch ist, mindert Qualität und Lesespaß um keinen Millimeter.

Ein absolutes Meisterwerk war das Buch jetzt nicht gerade. Bedenkt man aber die eigentliche Zielgruppe, war es schon in Ordnung. Deswegen bewerte ich es auch mit 4 von 5 Sternen. Den einen Stern ziehe ich für das Ritterturnier ab, was genau nichts anderes als Szenen aus Filmen waren.
Eine Leseempfehlung spreche ich trotzdem aus. Einfach auch aus dem Grund, weil Zeitreisen ein sehr interessantes Thema sind. Und hier fand ich es wirklich nicht schlecht umgesetzt.
Für alle interessierten gibt es auf meiner Website wieder eine Leseprobe. Kuckt ruhig mal rein.

Wir lesen uns!

(Auszüge des des Textes sind auf meiner Website und auch auf Lovelybooks von"TanteGhost" zu finden.)