Donnerstag, 26. April 2018

Garagh M. O`Brien - "Die Stadt der verschwundenen Kinder"

Caragh M. O`Brien
"Die Stadt der verschwundenen Kinder"
Wilhelm Heyne Verlag
ISBN: 9-783-641-06043-5
Seiten: 290

Ich bin auf dieses Buch gestoßen, als ich in der Bibliothek meines Vertrauens nach einem anderen Titel gesucht habe. Das Cover hat mich neugierig gemacht. - So landete es, mit anderen, "verschwundenen Kindern" auf meiner Leseliste.
Mir war nicht klar, dass es sich um eine Dystopie und Serie handelte. Aber die Story an sich war unheimlich spannend. Man kann durchaus sagen, dass ich so was wie angefixt war.

Irgendwie habe ich es zur Zeit mit verschwundenen Kinder. Aber am Ende ist es ziemlich faszinierend, was man aus dem Thema alles machen kann.
Dieses Buch liest sich von der ersten Seite an richtig gut. Eine seltsame und kraftvolle Spannung hat mich von Anfang an daran gefesselt. Warum mussten die ersten drei der Neugeborenen jeden Monat abgegeben werden? Was passierte mit ihnen? - Diese Fragen sind mir gleich von Anfang an durch den Kopf geschossen.
Die Welt, in der das spielt, ist auch sehr interessant gestaltet. Es scheint in jedem Fall die Erde zu sein. Jahreszahlen werden zu keinem Zeitpunkt konkret angegeben, aber ich denke mal, dass es die Zukunft ist. Denn es ist trocken, die Menschheit ist in arm und reich gespaltet und Bildung und Kultur sind kostbar. - Wenn die Zukunft definitiv so aussieht, dann möchte ich das bitte nicht erleben müssen.
Die Handlung schreitet zügig voran. Beschreibungen und sind gut gemacht. Nicht zu viel und nicht zu wenig. Eben genau so, dass noch genügen Raum für die eigene Fantasie bleibt. Auf diese Weise geht es gut voran und ich hatte ein wirklich lebhaftes Kopfkino vor meinem geistigen Auge.
Leseunterbrechungen waren zwar jederzeit möglich, aber doch hochgradig unwillkommen. Immer wieder wird der Leser in die Vergangenheit von Gaia entführt. So erfährt man, dass sie eigentlich kein Einzelkind ist. Und auch die Narbe in ihrem Gesicht wurde mit Sicherheit absichtlich gemacht, um sie als Kind nicht abgeben zu müssen.
Auf jeden Fall bin ich nach den Unterbrechungen immer wieder super in die Handlung rein gekommen. Kapitelunterbrechungen waren dafür nicht nötig. Überhaupt, die einzelnen Kapitel dienen wohl mehr der Auflockerung als alles andere. Denn die Handlung geht ja doch immer wieder nahtlos weiter.
Zum Ende hin entwickelt sich die Handlung in eine brutale Richtung. Menschen sterben aus scheinbar sinnlosen Gründen und auch das System ist nicht so perfekt, wie es anfangs erscheint.
Bei dem Buch handelt es sich auch um eine Serie, wovon ich anfangs nichts geahnt hatte. Im Nachhinein betrachtet, macht das aber Sinn. Gerade das Ende lässt noch sehr viel Spielraum für neue Stories.
Gelungener und unterhaltsamer Schreibstil. - Ich war gefesselt und bin von dem Buch so begeistert, dass ich mich mal über die Komplettreihe informieren werde.

Dass ich erst so spät mitbekommen habe, dass das eine Serie ist, kann und will ich dem Buch nicht anlasten. Deswegen bewerte ich es mit den vollen 5 von 5 möglichen Sternen. Es hatte alles, was ein gutes Buch braucht. Spannung, eine neue und ganz eigene Welt, liebenswerte und nicht so liebenswerte Charaktere.
Einzig die Leseempfehlung kann ich nicht so wirklich geben. Es ist nun mal eine Reihe und das Ende ziemlich offen. Ich stehe nun da und ringe mit mir selber, ob ich die Reihe nicht doch noch komplett lesen möchte... Es wäre schon interessant zu wissen, wie sich dieses Herrschaftssystem noch entwickelt. Auf der anderen Seite ist mein SuB aber eigentlich auch lang genug...
Eine Leseprobe befindet sich jedenfalls wieder auf meiner Website, wenn ihr euch ein Bild machen wollt. Und bis dahin...

Wir lesen uns!

(Auszüge des des Textes sind auf meiner Website und auch auf Lovelybooks von"TanteGhost" zu finden.)