Montag, 26. Februar 2018

Glenn Meade - "Die letzte Zeugin"

ISBN: 9-783-404-17190-3

Der Titel stand ganz oben, auf meinem SuB. Und irgendwie hatte ich plötzlich auch gar keine Lust auf das Buch. Der Klappentext hat mich plötzlich so gar nicht mehr angemacht. - Trotzdem habe ich die Lektüre begonnen. Ohne zu ahnen, wie mich diese Zeilen fesseln würden.

Hatte ich mir da wirklich mal wieder so einen Spionagethriller eingebrockt. Der Titel klang jedenfalls fatal danach. Das Cover lies auch darauf schließen. - Nur zögerlich bin ich an die Lektüre ran gegangen. Eben weil sie gerade auf meinem SuB oben angekommen war.
Schon der Einstieg in das Buch hat mich zögern lassen. Den Schreibstil hatte ich so noch nie erlebt. Ein Erzähler beschreit, was ein „Du“ gemacht hat. - Damit konnte ich dann nicht wirklich etwas anfangen und irgendwie war ich auch versucht, das Buch abzubrechen. Aber dann kam ein Zeitsprung, der Schreibstil wurde „normal“ und ich hatte Gelegenheit mit der Handlung warm zu werden.
Die Verbindung zum Prolog war dann recht schnell her gestellt. Mir war klar, dass das alles miteinander zu tun hatte. Und in dem Moment ist das Ganze dann auch sehr interessant geworden. Die vielen, in dem Fall notwendigen, Erklärungen, haben in die Handlung gepasst. Sie haben die eigentliche Handlung zwar angehalten, aber auch viel klarer und verständlicher gemacht.
Der Teil, in dem das Tagebuch der Mutter von Carla zitiert wird, ist so krass gewesen, dass ich von der Stelle nie lassen konnte. Ich dachte, dass hier schon des Rätsels Lösung zu finden war. - Die Lösung gab es nicht, aber ich hatte einen grausamen Film vor Augen. Ich habe das beschriebene Leid förmlich sehen und spürten können. Mir ist beim Lesen mehr als Schauer über den Rücken gelaufen.
Die Unterteilung in Teile, zusätzlich zu den Kapiteln, macht durchaus Sinne. Es hilft beim Verständnis ungemein. Man kann sagen: Unglück – Erkenntnis – Aufklärung. Das Interesse hat dadurch aber nicht nachgelassen. Ganz im Gegenteil.
Wenn man so will, habe ich das Buch im wahrsten Sinne des Wortes verschlungen. Uninteressante Stellen gab es quasi nicht. Und die ganze Zeit hatte ich ein grausiges und gefühlvollen Kopfkino vor meinem geistigen Auge. So einen guten Stoff hatte ich wirklich lang nicht vor den Augen. Und dann war das auch noch ein Zufallsfund.... Alle Achtung, das war echt gut!

Im Nachhinein kann ich meine anfängliche Abneigung so gar nicht mehr verstehen. Das Buch ist ein wirklich gelungener Genremix. Da hatten wir die Kriegsverbrechen an eben dieser einen Familie. Dann den psychologischen Part, als eine jung Frau die vergessene Wahrheit wieder brutal aufs Brot geschmiert bekommt. Und dann den Teil mit der Mafia. Wow! - Einfach nur wow!
Das Buch bekommt von mir eine Bewertung von 5 von 5 möglichen Sternen. Die anfänglichen Zweifel und der anfangs recht schwierige Einstige waren schnell vergessen und haben am Ende auch Sinn ergeben.
Ich kann dieses Buch nur allen wärmstens empfehlen, die Spannung und breite Handlungsbögen mögen. Guter Stoff zum Hoffen, Leiden und mit rätseln.
Eine Leseprobe befindet sich, wie immer, auf meiner Website.

Wir lesen uns!

(Auszüge des des Textes sind auf meiner Website und auch auf Lovelybooks von"TanteGhost" zu finden.)