Samstag, 23. September 2017

Urlaub auf Kuba - Havanna Tabak und Rum (Teil 1)

Unser erster Ausflug auf Kuba sollte uns nach Havanna führen. Nichts ahnend, was da in nicht mehr ganz zwei Wochen auf uns zu kommen würde, machten wir uns in einem etwas kleineren Reisebus auf dem Weg.
Der Bus entsprach in etwa deutschen Standard aus dem Jahre 2005. Also nicht mehr unbedingt nagelneu, dafür jedoch sauber und klimatisiert.

In den Prospekten ist ja immer ein Bruchteil von dem angegeben, was man an diesem Tag alles sehen würde und so kam es, dass bereits der erste Programmpunkt des Tage eben nicht aufgeführt war.

Die große (Autobahn)brücke über das „Valle de Yumurì“

Wir fuhren auf einer Brücke über ein wirklich wunderschönes Tal. Es grünte so prächtig vor sich hin, dass den Namen „Death Valley“ gar nicht verstehen konnte.
Die Brücke, 300 m lang und 112 m hoch, ist die größte Brücke Kubas. Das Tal, welches sie überspannt, ist übersetzt das „Tal des Todes“



Der Name stammt von zwei Legenden ab. Ich zitiere einfach mal aus dem Reiseführer, da ich es nicht besser ausdrücken könnte:

Legende 1:
„Die erste Legende berichtet von einem Indio-Stamm, dem prohezeit worden war, dass ein großes Unglück über ihn käme, sobald sich ein Mädchen des Dorfes namens Coalina jemals verlieben würde. Coalina, die von außergewöhnlicher Schönheit gewesen sein soll, wurde deshalb von ihrem Vater versteckt. Kein fremder sollte sie je zu Gesicht bekommen, nur ihre Familie durfe sie sehen. Dennoch erzählte mans ich alsbald im ganzen Land vom Liebreiz Coalinas, worauf sich Nerey, ein junger Taìno- Häuptling aus Camagüey, aufmachte, um die Schöne zu suchen. Es kam, wie es kommen musste. Nerey fan Coalina – für beide war es Liebe auf den ersten Blick. Doch dann habe, wie geweissagt, plötzlich von einer Sekunde auf die andere die Erde zu beben begonne, die Berge von Matanaz hätten sich aufgetan, der Fluss sei über seine Ufer getreten, habe das Indio-Dorf zertört und die Liebenden it sich gerissen. Die letzten Worte Coalinas seinen „yu murì“ gewesen, erzählt man.“ (Quelle: „Varadero & Havanna“ von Wolfang Ziegler; ISBN: 978-3-95654-277-0)



Legende 2:
„In der zweiten Sage heißt es, dass zur Zeit der spanischen Eroberer viel Indios ihr Dasein unter fürchterlichen Umständen fristen mussten. Grausame Folter, brutale Vergewaltigung und blutige Gemetzel waren an der Tagesordnung – und zumindest so weit entspricht die Legende der Wahrheit. Viele Eingeborene suchten daher im Tal den Freitod, anstatt der Willkür der Kolonialherren ausgeliefert zu sein und ihnen als Sklaven zu dienen. Sie erklommen dazu die mehr als 100 Meter hohen Kalksteinklippen, für die die Landschaft bis heute bekannt ist, und stürzten sich mit dem Schrei „yu murì“ in den Abgrund.“ (Quelle: „Varadero & Havanna“ von Wolfang Ziegler; ISBN: 978-3-95654-277-0)



Welcher Legende man nun mehr Glauben schenken kann, weiß heute niemand mehr. Klar ist nur, dass früher in diesem Tal und auch in der heutigen Provinz Matanaz viele Taìno lebten.

Ja, auch ich hatte das Verlangen in diesem Tal einmal herum zu wandeln (wandern), doch davon wird dringend abgeraten. Das Tal ist wenig erschlossen. Es führen nur wenige schmale Pfade hindurch, deren Abzweigungen nicht beschildert sind. Ohne Guide – keine Chance!!!
Dann doch lieber den Blick von der Aussichtsplattform mit kleiner Snackbar genießen und seinen Gedanken freien Lauf lassen,