Donnerstag, 22. Juni 2017

Monika Held - „Trümmergöre“

ISBN: 9-783-847-90570-7

Was habe ich mich auf die Lektüre diedes Buches gefreut.... Immer habe ich geglaubt, es wäre etwas ähnliches wie mein letztes Buch mit einem ähnlichen Thema. Da hatte ich mich allerdings gewaltig getäuscht.

Ein kleines Mädchen wird in der Nachkriegszeit von ihrem Vater zur Oma gebracht. Der Vater arbeitet für das auswärtige Amt und muss beruflich auf Reisen gehen. Er glänzt nun jahrelang durch Abwesenheit und lässt lediglich durch Postkarten von sich hören.
Das Mädchen wächst jedoch in eine Welt hinein, die weder Vater noch Großmutter für sie vorgesehen haben. Sie wäscht auf dem Platz ihres Onkels Autokennzeichen, lernt kennen was Autos ausmacht. Sie verkehrt in nicht gerade salonfähigen Personenkreisen und wird zur so genannten Göre.
Sie begreift aber auch nie, warum Großmutter und Onkel nicht miteinander reden. Die beiden wohnen in der selben Wohnung und sehen sich doch nie.
Als der Vater zurück kommt, holt er seine Tochter erneut in eine ganz neue Welt. Sie soll plötzlich die wohl erzogene und fleißige geben....
Jula funktioniert nur noch. Sie will es ihren alten Freunden recht machen, aber auch ihrem Vater gefallen...
Eine ziemlich verwirrende Geschichte im Nachkriegsdeutschland.

Zunächst einmal bin ich nur schwer bis gar nicht in die Story rein gekommen. Da war anfangs lediglich ein totales Durcheinander von Gegenwart und Vergangenheit. Es hat bis mindestens zur Hälfte des Buches gedauert, bis ich daraus schlau geworden bin, welche Story genau hier erzählt wird. Und bis da hin habe ich mich dann logischerweise schon nur noch durch gequält, weil ich angelesene Bücher nicht mag.
Im Nachhinein betrachtet habe ich mit dem Buch eigentlich lediglich meine Lebenszeit vergeudet... Klar, es hatte schon seinen Reiz in die Seele eines Menschen zu blicken, der durch seine Kindheit traumatisiert scheint, aber die Umsetzung war meiner Meinung nach einfach nur grottig. So viel Durcheinander, so viele Wiederholungen von ganzen Textpassagen, die in dem Moment wohl Gedankensplitter darstellen sollten. - Mies, und langweilig.
Das Kopfkino hat mir bei der Lektüre fast komplett gefehlt. Ab und zu habe ich mal ein paar Bilder vor mir gesehen. Seltsamerweise aber immer nur dann, wenn sich die Autorin in seitenlangen Beschreibungen ergangen hat. Das waren die Passagen, in denen ich zum einen verstanden habe, was hier eigentlich erzählt werden soll, und zum anderen waren das gegebene Tatsachen. Mit den restlichen verschrobenen Einzelheiten konnte ich mal gar nichts anfangen.
Ich will das Buch jetzt auf keinen Fall in Grund und Boden reden. Es mag sicher für einige Leute seinen Reiz haben, aber ich bin mit der Psyche der handelnden Personen sicherlich einfach nicht klar gekommen. Die hatten durch den Krieg wohl jeder so seinen Klatsch weg, soviel glaube ich mitgeschnitten zu haben, aber das Lesen hat so eben nicht wirklich Spaß gemacht. Vielleicht, wenn man das Thema anders umgesetzt hätte....

Das Buch bekommt eine Bewertung von 2 von 5 Sternen von mir. Zu mehr kann ich mich einfach nicht durchringen. Dazu bin ich zu wenig mit gekommen. Auf der anderen Seite will ich aber das Schicksal, welches dahinter steht, nicht in den Dreck treten.
Für alle Interessiert gibt es eine Leseprobe auf meiner Website. Vielleicht kommt ja jemand besser klar damit, als ich...

Wir lesen uns!

(Auszügedes Textes sind auf meiner Website und auch auf Lovelybooks von"TanteGhost" zu finden.)