Mittwoch, 7. Juni 2017

Jörg Liemann - „Black Out – Die Epidemie“

ISBN: 9-783-746-63009-0

Von Jörg Liemann habe ich noch nichts gehört. Allerdings hat mich der Titel des Buches angesprochen. Denn mit einem Black Out verbinde ich entweder einen totalen Stromausfall, oder aber den totalen Gedächtnisverlust. Bei beidem kann ich mir allerdings nicht vorstellen, wie da eine Epidemie, im klassischen Sinn, draus werden soll.

Das Buch beginnt mit den verschiedensten Gedächtnisverlusten. Die Folgen sind jedes Mal verheerend. Menschenleben sind in Gefahr oder werden auch ausgelöscht. Das Komische an der Sache ist aber die Tatsache, dass es in den verschiedensten Teilen der Welt passieren zu scheint. - Bahnt sich da eine Pandemie an? Ein weltweiter Black Out?
Alexander und seine Frau leben gemeinsam in Berlin. Während sie sich um einen kleinen Jungen kümmert, der mehr als deutliche Anzeichen eines Black Outs zeigt, kümmert, ist er der Meinung, auch an Demenz zu leiden. Die beiden entzweien sich voneinander und irren jeder für sich durch die Weltgeschichte.
Während Alexander einer dubiosen Hilfsorganisation in Sachen Demenez auf der Spur ist und so in ziemlich gefährliche Situationen gerät, schippert seine Frau auf ihrem "Urlaubsboot" durch die Gegend. Alexander glaubt, sie wurde entführt und verfällt dem entsprechend in Panik.
Was er nicht weiß, auch seine Frau leidet an Demenz.... - ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

Ich habe es gelesen. - Das war es dann aber auch schon.
Ich bin in das Buch zu keinem Zeitpunkt wirklich rein gekommen. Zwar habe ich den Inhalt zwischenzeitlich so ziemlich verstanden und konnte der Handlung folgen, aber es war mehr so ein pflichtbewusstes runter lesen, nur dass man es endlich durch hat. Die ganze Zeit konnte ich mit dem Schreibstil von Jörg Liemann nicht warm werden. Es war mir einfach nicht möglich, mich auf die Story so einzulassen, dass ich Spaß am Lesen gehabt hätte.
Außerdem kam noch hinzu, dass stellenweise nur noch mit Fachchinesisch durch die Gegend geschmissen wurde. - Da haben sich zum Beispiel Ärzte unterhalten und schon flogen die Fachbegriffe nur noch so durch die Gegend. Es kann ja sein, dass der Autor in dem Fall recht gut recherchiert hat, aber auf den Leser hat er in dem Moment wirklich null Rücksicht genommen.
Ich persönlich würde das Geschreibe hier jetzt nicht gerade als Thriller einstufen. Das Thema hat so super angefangen. Menschliches Versagen auf den verschiedensten Teilen der Welt... und dann wird die komplette Handlung auf diesen kleinen gekündigten Jammerlappen reduziert, der mit seinem Schicksal hadert, seine Frau quasi im Stich lässt und am Ende nichts taugt. Ständig ist die Rede von seiner Kündigung, dem Arschloch, was ihn raus geschmissen hat und wie schlecht es ihm doch jetzt geht. Himmel noch eins. Spannung sucht man da vergebens!
Ich würde mal sagen, der Autor hat sein Thema hier aber mal sowas von verfehlt!!!

Als Bewertung bekommt das Buch gerade mal 2 von 5 möglichen Sternen. Einen für den guten Anfang und einen für das spannende Thema. - Was dann aber leider zu sehr in diesen Jammerlappen verloren gegangen ist.
Ansonsten spreche ich hier definitiv KEINE Leseempfehlung aus. Ich sage sogar ganz explizit: Hände weg, von diesem Buch!!! Es ist sein Geld definitiv nicht wert!
Trotzdem ist die Leseprobe wieder auf meiner Website zu finden!

(Auszüge des Textes sind auf meiner Website und auch auf Lovelybooks von "TanteGhost" zu finden.)