Montag, 12. Juni 2017

Andreas Eschbach - „Der Haarteppichknüpfer“

ISBN: 9-783-404-20697-1

Ich habe das Debüt von Andreas Eschenbach gelesen! Und zu Anfang wusste ich nicht einmal, dass es sein Erstling war.
Durch einen Zufall bin ich an das Buch geraten. Zu spät habe ich festgestellt, dass es Science Fiction ist und am Ende war ich doch irgendwie begeistert.

Inhalt:
In einer Welt, die mittelalterlich zu sein scheint, sind die Menschen seit Generationen damit beschäftigt, Teppiche aus den Haaren ihrer Frauen und Töchter zu knüpfen. Ein einziger Teppich nimmt das komplette Leben des Knüpfers in Anspruch. Und er tut es, um dem Kaiser einen weiteren Teppich für seinen Palast zur Verfügung stellen zu können. Außerdem ist der Erlös vom Teppich das Geld zum Leben für den Sohn...
Doch das Knüpfen hat auch religiösen Hintergrund und das Volk ist seinem Kaiser sehr ergeben. Es gibt aber keinen Kaiser mehr... glaubt man den Rebellen...
Eine Raumschiffflotte ist beauftragt, sämtlichen Haarteppichknüpfern die Lage zu erklären. Doch das ist kein einfaches Unterfangen.
Ich kann mir die Faszination, die dieses Buch auf mich ausgeübt hat, nicht erklären. Denn eigentlich sind es verschiedene Erzählstränge, die bis zum Schluss nicht wirklich zusammen finden. Aber es ergibt sich am Ende dann eben doch ein Zusammenhang...
Mit der Welt der Haarteppichknüpfer hat Herr Eschenbach eine wirklich interessante Welt geschaffen. Der Leser erhält Einblick in die Traditionen und Gebräuche der Leute, nimmt teil an Ritualen und bekommt sogar ein nicht sehr schönes Einzelschicksal zu spüren.
Der zweite Strang handelt dann von den Leuten, die diese Zivilisationen quasi wiederentdecken und sie nun modernisieren wollen. - Im Prinzip ist das Buch ein gelungener Mix aus Fantasy Und Science Fiction.
Was mich an der Lektüre jetzt so begeistert hat, kann ich gar nicht wirklich sagen. Ich habe halt einfach gelesen und dran geklebt. Es war wohl der Drang nach der Auflösung das Ganzen. Wobei die mich dann doch enttäuscht hat. Vielleicht hätte man das auch doch etwas mit mehr Wumms gestalten können. - Aber es war eben ein Erstling. Und vielleicht war das ja damals so gewollt, dass die Leser quasi im Regen stehen gelassen worden sind. Es blieb auf jeden Fall genügend Raum für dir eigene Fantasie.
Kopfkino hatte ich auch. Nicht durchgängig, aber doch zu einem überwiegenden Teil.
Die Art zu schreiben war leicht verständlich und flüssig zu lesen. Eigentlich war es ein sehr entspanntes Lesen und Fachbegriffe brauchte es nicht wirklich. Ein ziemlich kurzes Vergnügen für mich, da ich nicht mal zwei Tage gebraucht habe, aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt.

Als Bewertung bekommt das Buch von mir 4 von 5 möglichen Sternen. Einen Stern gibt es Abzug, weil mir das Ende einfach nicht gefallen hat. Das war nicht wirklich brutal, aber auch nicht unbedingt ein Happy End...
Für alle Interessierten gibt es wieder eine Leseprobe auf meiner Website.

Wir lesen uns!

(Auszügedes Textes sind auf meiner Website und auch auf Lovelybooks von"TanteGhost" zu finden.)