Mittwoch, 24. Mai 2017

Mirjam Mous - „Virus“

ISBN: 9-783-401-60217-2

Mit dem Cover konnte ich zunächst erst einmal nicht wirklich etwas anfangen. Es waren auch nichts weiter als Titel und Name der Autorin zu sehen. Ansonsten war es Schwarzer Grund mit zahlreichen bunten Totenköpfen darauf. - Es war definitiv der Titel, der mich neugierig gemacht hat. Das Wort "Virus" allein hat bei mir die Hoffnung auf eine Heldin oder einen Held im weißen Kittel geweckt. Auf spannende und knappe Krankheitsgeschichten. Eine drohende Epidemie, die in letzter Sekunde verhindert wird. Aber... Nun ja...

Es sollte eigentlich eine normale Urlaubsreise für die Jungen werden. Doch schon die Tatsache, dass Hopper einen Menschen überfährt und abhaut ist für Kris die absolute Krise. Er leidet am Tourette-Syndrom und hat es schwer, seinen Körper und das Auto unter Kontrolle zu halten.
Das Auto landet in einem Entwässerungsgraben und die Jungen in Odrin.
Was auf den ersten Blick wie ein verschlafenes spanisches Dorf wirkt, entpuppt sich nach einer Weile als "Versuchslabor" einer durchgeknallten Wissenschaftlerin, die ihr Zulassung schon lang eingebüßt hat und mit einem gestohlenen Virus auf eigene Faust weiter macht.

Auch wenn ich dem Buch zugute halte, dass es eigentlich ein Kinderbuch sein sollte, bin ich komplett enttäuscht. Der Titel verspricht einiges, doch geboten bekommt man so gut wie nichts. Lediglich die Hoffnung, dass es noch spannend wird, hat mich bei der Stange bleiben lassen. Und dann war es auch schon wieder zu Ende. - Nicht mal ein wirkliches Happy End hat es gegeben. Hier kann man nur sagen, dass irgendwie soweit alles gut gegangen ist...
Die Autorin hat einem der Protagonisten das Tourett-Syndrom gegeben. Und das hat sie auch in den zu lesenden Text eingebaut. Allerdings wirkt es am Anfang störend, wenn man noch nicht weiß, wo der Hase lang läuft, und später ist es nur noch langweilig. Immer und immer wieder werden die Zwänge und Ticks in die Handlung irgendwie eingebaut. Daraus entstehen auch die einen oder anderen Probleme, aber im Großen und Ganzen war es meiner Meinung nach eindeutig zu viel des Guten. Es hat gestört!
Einen Kopfkinofilm hatte ich nicht. Am Anfang war es unheimlich schwer für mich, in die Handlung rein zu kommen und dann hat die Spannung absolut gefehlt. Das Thema, moderne Menschen treffen auf Ursprünglichkeit und anders herum, ist komplett ausgelutscht und bringt keine Sensationen mehr hervor.
Das Ende hat mir eine leichte Überraschung beschert. Aber auch wirklich nur eine leichte. Zu viele Klischees wurden bis dahin heran gezogen und nach Bedarf zurecht gebogen.
Es ist ein Kinderbuch, das ist mir schon bewusst, aber dann auf jeden Fall eines, was nicht unbedingt Lust zum Lesen macht. Auch Kinderbücher dürfen durchaus spannend sein.
Die Art zu Schreiben ist schon auf das jüngere Publikum ausgelegt. Und auch der wissenschaftliche Teil ist weg gelassen worden. Aber gerade das hätte dann wohl Spannung erzeugt. Statt dessen hat man halbherzige Erkundungen, ein paar harmlose, religiöse Bräuche und gegenseitiges Unverständnis.

Ihr merkt schon, ich hin nicht in der Lage, an dem Buch auch nur im Ansatz ein gutes Haar zu lassen. Genau genommen war es irgendwie pure Zeitverschwendung. Deswegen bekommt es auch nur einen von fünf Sternen. Und auch den einen nur, weil man null Sterne nicht vergeben kann. Von einer Leseempfehlung reden wir hier lieber mal nicht. Dieses Buch ist das Geld nicht im Ansatz wert, den es kostet. Trotzdem habe ich für alle, die es interessiert, eine Leseprobe auf meiner Websitet.

Wir lesen uns!

(Auszüge des Textes sind auf meiner Website und auch auf Lovelybooks von "TanteGhost" zu finden.)