Montag, 27. März 2017

Kathy Reichs - "Totengeld"

ISBN: 9-783-453-43794-4

Das gesamte Cover besteht aus einer Art eingefärbtem Röntgenbild. Es leuchtet irgendwie rötlich. Fast so, als wollte der Graphiker noch so etwas wie Blut andeuten. - Bei dem Thema, um das es bei Tempe Brennan geht, ja auch nicht ganz so abwegig. Diese Romane sind ja schon immer schön spladderig und oftmals so spannungsgeladen, dass man sie problemlos auch am Stück lesen könnte.

Ein totes Mädchen am Straßenrand. Bones wird dazu gerufen und soll nun herausfinden, woran das Mädchen gestorben ist. - Ihr Kollege ist das Vorurteil in Person und meint gleich erst einmal, dass es sich sowieso um eine Nutte handelt und man diesen "Mädchen" keine Beachtung weiter schenken muss.
Doch Bones vermutet von Anfang an mehr dahinter. Es kommt ihr spanisch vor, dass keiner dieses Mädchen kennt oder je gesehen hat. Illegaler Einwanderer hin oder her, Bones ist entschlossen, auch diesen Fall zu lösen.
Doch sie kommt nicht weiter. Ihr sind die Hände gebunden und es kommt kein weiterer Hinweis auf die Tat rein. - Also fliegt Bones für einen kleinen "Zwischenauftrag" nach Afghanistan, wo zwei Männer exhumiert werden sollen. Die Schuld oder Unschuld eines dort stationierten Soldaten soll geklärt werden. - Dass sie genau mit diesem Fall aber auch Schwung in den Fall in Amerika bringt, hätte sie nicht gedacht.
Wieder zu Hause angekommen, überschlagen sich die Ereignisse. Eine Zunge liegt auf ihrer Türschwelle, sie bekommt Drohmails, dass auch sie bald sterben wird und ausgerechnet ein Foto, dessen Herkunft sie nicht kennt, was sie aber in ihrem Gepäck gefunden hat, soll dann Licht in die Sache bringen.

Gleich zu Beginn geht es erst einmal schön mit Karacho in die Handlung rein. Tempe muss jemanden erschießen, um ihr Leben und das des Opfers zu retten. Und das nur, weil sie mal wieder total schusselig ist. - Keine Ahnung, wie diese Frau in ihrem Beruf so genau, fast pedantisch sein kann und auf der anderen Seite immer wieder so rumschusselt. Im wahren Leben würde dich die eine Tatsache sich mit der anderen beißen. Nur nicht in diesen Büchern. Da kommt gleich erst einmal eine hochinteressante Protagonistin bei raus.
Nachdem es dann erst einmal gut voran ging, flacht die Handlung auch wieder ab. Tempe tritt auf der Stelle und kommt nicht vorwärts. Ich habe erleichtert aufgeatmet, als ein zweiter Handlungsstrang wieder etwas Pep in die Sache bringen sollte. Aber auch da reiht sich eine langweilige Beschreibung an die nächste. Die Reise, die die Protagonistin machen muss, ist einfach zu ausführlich beschrieben. Mich, als Leser, interessiert es so gar nicht, an welcher Position man am besten in einem Truppentransportflugzeug hockt, oder eben nicht...
Gefühlsduseleien durften natürlich auch nicht fehlen. Das ist eine Tatsache, die wohl jedes spannende Buch stören muss. Scheint ein ungeschriebenes Gesetz zu sein. Nur dreht es sich in diesem Fall um ihre Tochter, die sich zu den Truppen gemeldet hat und in Afghanistan stationiert ist. Und was für ein Zufall, Tempe kommt ins selbe Camp wie sie.... - total durchschaubar!!! Als sie dann aber wieder zu Hause angekommen ist, kommt endlich Licht ins Dunkel. Der Fahrerfluchtfall geht voran und es tauchen Verdächtige auf, mit denen ich nun wirklich nicht gerechnet habe. Und wie die Autorin die Protagonistin mal wieder auf die Lösung hat kommen lassen... alle Achtung!!!
Alles in Allem war es ein recht unterhaltendes Buch. Nicht das Beste der Reihe, aber doch so interessant, dass ich am Ball bleiben konnte.
Über die wirklich exorbitant langen Bezeichnungen von irgendwelchen Instituten oder Einrichtungen bin ich des Öfteren gestolpert. Aber das habe ich dann lösen können, dass ich einfach darüber hinweg gelesen habe. Das war jetzt für die Handlung nicht so wichtig, dass es mich raus geschmissen hätte...
Ansonsten hatte ich zumindest teilweise einen Film in meinem geistigen Kino. Die Bilder waren dann rasant und Farbenfroh. - Der hat allerdings gestoppt, als es dann so zäh und ereignislos wurde.
Was Lesepausen angeht, kann ich mich auch nicht beklagen. Los gekommen bin ich stellenweise super leicht und stellenweise echt schwer. Das hing von der Stelle ab, an der ich mich gerade befand. Und in die Handlung rein bin ich dann auch super easy gekommen. Egal an welcher Stelle! Zwei Sätze gelesen und alles war wieder da.

Das Buch bekommt von mir eine Bewertung von 4 von 5 Sternen. Es gibt diesen Abzug, weil es zwischendrin wirklich zu lang zu uninteressant war. Es hat mich sogar dazu verleitet, dass ich mal eben ein anderes Buch dazwischen geschoben habe. Eine Tatsache, die für mich mehr als untypisch ist. Ich bleibe eigentlich immer an einem Buch dran, wenn ich eins angefangen habe... - Hier nicht!
Für alle Interessenten gibt es wieder eine Leseprobe auf meiner Website. So könnt ihr euch selber ein Bild machen.
Ich wechsel jetzt mal ein wenig das literarische Thema und halte euch mit der nächsten Rezi auf dem Laufenden.

Wir lesen uns!

(Auszüge des Textes sind auf meiner Website und auch auf Lovelybooks von "TanteGhost" zu finden.)