Mittwoch, 8. Februar 2017

Simon Becket - "Totenfang"

ISBN: 3-783-644-21831-4

Ein einfaches weißes Cover mit einem schwarzen Kreuz. Dazu dann einfach die üblichen Informationen über Autor und Titel des Buches. Das war es dann auch schon. Mehr braucht es nicht, um mich auf das Buch aufmerksam werden zu lassen. Nur all zu oft sind es die einfachen Dinge, die mich faszinieren. Es muss nicht immer Pomp oder Glanz und Gloria sein.
Nach langer Abstinenz habe ich mal wieder einen Roman von Simon Becket gelesen und ich habe mich gleich heimisch und wohl gefühlt, als der Einstieg direkt mal darlegte, wie so eine Wasserleiche verwest und auseinander fällt. Von Anfang an Spladder und Ekel. - Nur hat mich das nicht geekelt. Es hat mich einfach nur fasziniert. So ist nun mal der Lauf der Dinge und endlich tut mal einer Butter bei die Fische und geschönt nicht immer alles.

Dr. Hunter glaubt, dass seine Laufbahn als forensischer Antropologe beendet ist. Selbst der Chef seiner Fakultät hat schon durchblicken lassen, dass sein Vertrag nicht mehr verlängert wird.
Doch ein Anruf ändert diesen Zustand rapide. Er wird zur Bergung einer Wasserleiche gerufen. Irgendwo, in einem kleinen Städtchen an der Küste. Und als ob eine Leiche noch nicht schlimm genug wäre, schaltet sich ein einflussreichen Geldsack mit ein, der ziemlich schnell den Deckel auf die Sache machen will.
Doch Hunter spielt der Zufall mit in die Tasche. Eine Autopanne bringt ihm eine dicke fette fiebrige Erkältung und die Bekanntschaft einer Frau. In Gesellschaft dieser Frau birgt er einen einzelnen Fuß aus einem Fluss der Backwaters. Dieser Fuß gehört zu der bereits geborgenen Leiche, passt aber nicht zur ersten Identifikation.
Das Unglück eines Kindes fördert eine weitere Leiche zutage. Hunter wird mehr über die mehr in den Fall hinein gezogen. Unter anderem auch, weil er glaubt, sich neu verliebt zu haben. Er tappt gemeinsam mit einem Kollegen in eine falsche Richtung. Dadurch wird eine lang vermisste Leiche gefunden, der Fall aber endgültig aufgeklärt. Allerdings such ein lang zurück liegender. Und der, der am Ende ungeschoren davon kommt, ist ausgerechnet ist der einflussreiche Geldsack...

Am Ende des Buches musste ich dann aber feststellen, dass ¨Totenfang¨ jetzt nicht unbedingt sein bestes aller Werke gewesen ist. Meiner Meinung nach hat Herr Becket ziemlich lang gebraucht, bis er wirklich in die Handlung hinein gekommen ist. Zu Anfang wurde zwar eine Leiche geborgen, doch dann ging das los mit Krankheit und ersten Anbändelungen mit einer Frau. - Ok, es gab jetzt nicht die übelsten Liebesschnulzenszenen, dann hätte ich das Buch auch direkt auf Seite geflankt, aber doch genug, um mich das Interesse an der Handlung verlieren zu lassen.
Wenn es dann aber zur Sache ging, dann wurde es spannend, dann habe ich mit Dr. Hunter gehofft und gebangt. Ich habe mit ihm gefroren und geweint und irgendwie war mir, als würde ich das alles mit erleben. Man kann als sagen, dass ich einen wirklich bombastischen Film im Kopfkino hatte.
Erst zum Schluss hin habe ich dann das Buch förmlich gefressen. Denn dann wurde der Fall immer kurioser, die Landeier haben nicht mehr alles nur unter sich ausgemacht und Hunter durfte auch endlich mal in Aktion treten. - So richtig.

Die Handlungen und Orte waren gut beschrieben. Ich konnte mir gut vorstellen, was was gerade die Rede war. Ich habe gefroren, weil ständig dieser kalte Wind ging und ich habe die Backwaters und die Seefestung förmlich vor mir gesehen. Ich habe auch vor mir ablaufen sehen, als es zum Showdown für den Polizisten kam... - wirklich gut geschrieben.

Das Buch bekommt bei mir die vollen 5 von 5 möglichen Punkten. - Ok, es brauchte etwas, bis ich wirklich in die Handlung hinein gekommen bin, aber als ich dann drin war, war es einfach nur noch hochgradig spannend und ich konnte kaum noch von dem Buch lassen.
Für alle interessieren, die noch nähere Infos zum Buch haben wollen, gibt es wieder eine Leseprobe auf meiner Website. - Ihr überlegt es euch und ich fange einfach das nächste Buch an.

Wir lesen uns!