Samstag, 4. Februar 2017

Sebastian Fitzek - "Das Paket"

ISBN: 9-783-426-44008-7

Sobald ein neuer Fitzek auf der Bestsellerliste erscheint, was seine Bücher ja mit angenehmer Regelmäßigkeit tun, muss ich dieses Buch in meinen Besitz bringen. Und das war bei diesem hier natürlich nicht anders.
Das Cover des Buches lässt einen nicht unbedingt einen Thriller erahnen. Vielmehr sieht es einfach nur aus, wie ein Paket eben aussieht. Braundes Packpapier, Aufkleber... nur statt Adresse und Absender sind Buchtitel und Autor verzeichnet. Ziemlich genial nichtssagend, muss ich mal sagen.

Gelesen hätte ich das Werk zu gern am Stück. Doch da kam mir leider das reale Leben mit all seinen Unannehmlichkeiten wie Arbeit, Haushalt und noch vielem mehr in die Quere. Also habe ich dann doch eine geschlagene Woche gebraucht, bis ich behaupten konnte, dass ich ¨Das Paket¨ von Sebastian Fitzek gelesen hatte.

Emma ist auf einem Kongress. Und als wäre die Notlüge, mit der sie sich gegen einen überheblichen Kollegen zur Wehr setzt, noch nicht genug, wird sie abends in ihrem Zimmer auch noch vergewaltigt.
Zumindest gaubt sie, sie wurde vergewaltigt.Sie verliert ihr Kind, entfernt sich von ihrem Mann und verliert so nach und nach ihren Verstand.
Genau das wollte der Täter aber nicht. Er wollte ihr doch nur helfen. Wollte ihr zeigen, dass ihr lieber Ehemann gar nicht so lieb ist, weil er sie nämlich betrügt und andere Frauen verführt und sogar ihre beste Freundin geschwängert hat.
Doch Emma sieht das nicht. Sie rutscht immer tiefer in eine Verkettung von unglücklichen Umständen, wird mehr und mehr zur Mörderin und ist am Ende mehr als überrascht, als sie erfährt, wer der wahre Täter ist und wie weit die Sache bereits zurück liegt.

Von Anfang an hatte war mir mehr als klar, dass ich einen Fitzek lese. Der unverkennbare Stil, Die zunächst banale Handlung und dann das dicke Ende. Mit der Protagonistin bin ich in jeden falschen Gang gelaufen, den mir Herr Fitzek gezeigt hat. Ich war komplett auf der falschen Spur, was den Täter und die Ermittlungen angeht. Und am Ende war ich dann auch genau so von den Socken, wie die Protagonistin.
Die kurzen Kapsel haben es Herrn Fitzek möglich gemacht, fast dauernd in Ort und Zeit der Handlung hin und her zu springen. Das war zunächst leicht verwirrend. Doch irgendwann hat sich auch daraus ein Sinn ergeben. Herr Fitzek hat einfach die Protagonistin in ihrem Leben noch einem zurück blicken lassen. - Hat sich klasse lesen lassen.
Ein weiterer Vorteil der kurzen Kapitel war die Tatsache, dass man jederzeit eine Leseunterbrechung hat machen können. Klar, ich habe diese nicht gern gemacht, aber das bereits erwähnte reale Leben war da gnadenlos.
Die Handlungen waren gut beschrieben. Nicht zu viel und nicht zu wenig. Genau so viel, dass man sich als Leser noch gut seine eigene Meinung bilden konnte. Ich hatte ein wunderbar verwirrendes Kopfkino, während ich das Buch gelesen habe. Genau so, wie es bei einem Fitzek-Buch auch sein sollte.

Am Ende des Buches war die Danksagung mal erfrischend anders gestaltet. Herr Fitzek hat Dankesemails abgedruckt, die er so bekomme hat.
Ok, das ist jetzt ein Ding, da habe ich nicht wirklich eine Ahnung, was ich von den teilweise wirklich mega anrührenden Story halten soll. Ich kann zwar verstehen, dass er als Autor stolz darauf ist, dass sich seine ¨Fanz¨ ihm so anvertrauten... aber teilweise waren da auch wirklich Sachen dabei, sorry Leute. Wie eine Geburt ist, interessiert mich nicht. Und wenn einer auf Droge ist, dann wird das im Leben des Betreffenden schon einen Grund haben, aber warum dann damit die Leser quälen?

Alles klar! Das Buch bekommt von mir trotz allem die vollen 5 von 5 möglichen Sternen. Die Danksagung überlese ich normalerweise. Hätte ich hier wohl auch tun sollen. Aber auf die Story lasse ich nichts kommen. Die war super.
Für alle Interessierten gibt es wieder eine Leseprobe auf meiner Website.

Wir lesen uns!