Dienstag, 24. Januar 2017

Unser Weihnachts- und Neujahrsurlaub #9

Das Tal der Könige


Kommen wir nun zu dem Programmpunkt der Tagestour, auf den ich mich am meisten gefreut habe, der dann aber gleichzeitig auch die größte Enttäuschung werden sollte. - Aber der Reihe nach.

Fangen wir mal mit der Enttäuschung an:
Was hatte ich mich auf Fotos vom Tal der Könige gefreut. - Und dann meinte der Reiseleiter, dass Fotos und Filmen unter einer empfindlichen Strafe verboten sind. Sollte man beim fotografieren erwischt werden, wären dass 300 Euro Strafe gewesen. Beim filmen wäre es schon 500 Euro Strafe gewesen.
Hinzu kam die Sicherheitsuntersuchung, ähnlich wie am Flughafen, bevor man überhaupt an den Eingang des Tales kam. Und dann noch der Hinweis, dass man Kameras bitte abzugeben hatte oder direkt im Bus lassen sollte. Also selbst wenn wir es gewollt hätte, es wäre nur sehr schwer, bis unmöglich gewesen, Bilder zu schießen.
Hintergrund dieses Verbotes waren Vollhonks von Touristen, die trotz Hinweis, in den Gräbern mit Blitz fotografiert haben. Das schadet der sehr natürlichen Farbe. Sie bleicht aus und somit wäre über kurz oder lang dieser touristische Anziehungspunkt Essig gewesen. - So bleibt mir nur das, was ich euch erzählen kann.

Der Blick auf den Karnak Tempel, der sich einem bietet, wenn man die Sicherheitskontrollen durchlaufen hat.

Wie gesagt, ein Touristenmagnet, dieses Tal der Könige. Wobei wir das Glück hatten, dass aufgrund der "Wintermonate" dort recht wenig los war. Wir haben also auch das Tal genießen können und haben nicht nur Köpfe gesehen.
Im Tal kauft man die Eintrittkarten nicht für das Tal an sich, sondern immer nur für die Gräber. Besucht werden können maximal drei Gräber. Geben tut es im Tal aber 65 insgesamt. - Das hängt ganz einfach damit zusammen, dass man immer wieder Gräber schließt, um sie zu schützen. Dafür sind dann andere offen, die zuvor geruht haben.
Welche Gräber man nun besuchen kann, hängt also mehr oder weniger vom Zufall ab.

Vor dem Eingang rechts, bietet sich dem Besucher der Anblick dieser Bauten. Irgendwie sieht es aus, als würden sie da gerade noch etwas ausgraben.
Wir haben auch nicht das ganze Tal besichtigen können. Es ist lang, größer als es von vornherein aussieht und es wirkt kahl. - Als Begräbnisstätte wurde es gewählt, eben weil es so abgelegen ist und weil man es wirklich nur durch diesen einen Eingang betreten kann. Die Gräber waren sozusagen geschützt, die Toten hatten ihre Ruhe. Was im gesamten Tal allgegenwärtig ist, ist dieser übelst feine, weiße Staub. Das Gestein dort ist weiß, es bröselt und grümelt. Wenn es lang genug aneinander reibt, entsteht dieser feine, weiße Staub, der wirklich alles bedeckt. Egal, wo man hin gefasst hat, man hatte diesen weißen Staub auf der Hand. Meine schwarzen Schuhe waren irgendwann grau, mein Hosenboden war weiß, weil ich mich versehentlich angelehnt hatte, an ein Holzgestell!!! Und im Mund hatte man auch so ein Knirschen, wenn man mal mit offenem Mund geatmet hat. Das hat mir aber alles irgendwie so gar nichts aus gemacht. Denn der Boden, auf dem ich da wandelte, hat mich innerlich wieder voll erzittern lassen. Diese Ehrfurcht. Ein besonderes Erlebnis war dann noch, als es endlich in die Gräber ging. - Find ich ja auch so lustig. Die Reiseleiter dürfen da nicht mit rein! Man bekommt vor dem Grab etwas erzählt, was das Grab betrifft und demjenigen, für den es war, und dann geht der Tourist da allein rein. Es wird außerdem empfohlen, nicht länger wie 10 Minuten darin zu verweilen, eben um es zu schützen. Man betritt dann also einen ziemlich unscheinbaren Eingang im Felsen. Diese sind künstlich kenntlich gemacht, weil man ansonsten wohl keinen Eingang mehr finden würde... Und kaum ist man da durch, ist man in einer anderen Welt. Lange Gänge, mit gerade und sauber verputzten Wänden. Die Zeichnungen und Symbole, original erhalten, so bunt, als wären sie gestern erst aufgebracht wurden und dann diese teilweise noch vorhanden rießigen Sargopharge!!! Ein Wahnsinn, was die alten Ägypter damals so auf die Beine gestellt haben. Mit den den recht primitiven Mitteln, die ihnen zur Verfügung standen... Die Gräber selber sind leer. Mumien, Särge und Grabbeigaben liegen zum größten Teil im Ägyptischen Museum in Kairo. - Das haben wir leider nicht besucht, denn das muss ein riesiges Teil sein. Ich kann mir gut vorstellen, dass man allein für das Museum einen ganzen Tag benötigen würde. Aber auch sonst bin ich persönlich sehr interessiert da durch. Teilweise habe ich versucht, die Inschriften und Gravuren zu deuten. Die Bedeutung der Bilder, was ich schon mal in Dokus und so gesehen hatte... Und weil wir keine Bilder machen durften, habe ich für 10 Euro die zwei DVD`s erstanden, die dort angeboten wurden. Es handelt sich um eine Doku, in verschiedenen Sprachen, und dann noch eine Scheibe, mit über 600 Fotos. - Aber es sind leider nicht meine Fotos, deswegen traue ich mich nicht, sie hier zu veröffentlichen. Wegen der Urheberrechte. (Die Bilder, die hier eingebaut sind, stammen noch aus dem Karnak Tempel. Sorry dafür, aber leider nicht zu ändern.) Es handelte sich hier jedenfalls, um genau mein Thema. es hat mich interesiert!!! Ich war begeistert!!! Ich hätte hier noch stundenlang rumlaufen können. Auf den Piss gegangen ist mir so ein Typ aus unserem Hotel mit. Der hat sich an den Muggel und mich irgendwie mit dran gehangen und war nur am Nölen. Das wären doch nur alte Steine. Und wenn er gewusst hätte, wie lang das dauert, wäre er nicht mit gefahren. - Ganz ehrlich, was hat der Typ erwartet!!! Das ist Allgemeinbildung, dass man in Ägypten zur Kultur vom Strand aus weite Wege hat!!!

Die Hauptstraße des Tempelkomplexes. Wenn man hier entlang geht, ist es recht voll. Wenn man dann allerdings auch mal in die nicht so bekannten Tempelbereiche vordringt, kann es gut sein, dass man auch mal allein in einer Kapelle oder in einem kleinen Innenhof steht. - Da habe ich dann genossen und Geschichte geatmet :-)