Montag, 19. September 2016

Kretaurlaub 3 - Rethymno

Die Gegend, wo unser Hotel stand, gehörte zu Rethymno. Das ist eine eine kleine und sehr sehenswerte Hafenstadt im Norden von Kreta. Wir konnten sie zu Fuß gut vom Hotel aus erreichen und haben das auch mehr als einmal gemacht. - Aufgrund der doch sehr intensiven Sonne war es Abends wesentlich angenehmer, als am Tag.
An sich ist das aber eine sehr schöne Stadt. Gässchen, die mit Blumen geschmückt sind. Gotteshäuser, wo eins sehenswerter ist, als das andere. Und in denen, wo ich mal vorsichtig einen Fuß hinein gesetzt habe, habe ich mich nicht mal getraut, ein Foto zu machen, weil ich immer dacht, dass ich da irgendetwas falsch mache.
Und dann der Hafen. Klein aber fein! - Die große Fähre, welche immer Touristen hin und her geschippert hat, hat schon mächtig was her gemacht. Und dann wurde das von einer großen Festung, dem Fortezza, bewacht. Da waren wir mal oben, und das soll auch einen eigenen Eintrag geben.

Der Hafen von Rethymno mit dem Leuchtturm
Zunächst einmal, scheint es einfach nur eine Ansammlung von Ramschläden für Touristen zu sein. In jedem Laden gibt es das Selbe. Hier Handtücher und dort Badeschlappen. Dort eine Strandmatte und da Schlüsselanhänger oder Erzeugnisse aus Oliven.
Also , mit den Oliven sind sie ja sehr Erfindungsreich. Da gibt es nicht nur das Öl, was natürlich wieder das Beste überhaupt ist, sondern auch Seife und Cremes. Irgendwelche Paste, die man aufs Brot schmiert, und noch vieles mehr. - In dem einen Gewürzladen hat es sehr verführerisch geduftet. Ich wäre fast schwach geworden, wäre da nicht der deutsche Zoll in meinem Hinterkopf gewesen. Wenn man keine Ahnung hat, was wann erlaubt ist, sollte man wohl besser die Finger von solch feinen Sachen lassen. Um irgendwann einfach so im Müll zu landen, sind sie zu schade.

Ein Stück, vielleicht das Schönste, der Hafenpromenade
Klar, alles ist irgendwie auf Touristen und deren Geld ausgelegt. - Aber irgendwie auch wieder nicht. Ich habe wirklich keine Ahnung, wie ich das beschreiben soll. Aber ich habe mich wohl gefühlt. Trotz der vielen Menschen, die mir stellenweise schon sehr nahe gekommen sind. Trotz der ganzen Gastwirte, die lautstark versuchten, die Leute in ihren Laden zu locken. Und auch trotz der ewig gleichen Schallplate "No! Thank you!" Die ich alle zwei Meter abgespult habe.

Ein Piratenschiff!!! - Mit dem konnte man Ausflüge machen. Unter anderem in den Sonnenuntergang hinein schiffern...
Eines allerdings ist mir in Erinnerung geblieben: Die Unterhaltung mit einem jungen Mann, der an einer Ecke Henna-Tattoos angeboten hat. Er konnte ein wenig deutsch und wir sind in einer Mischung aus Englisch und Deutsch ins Gespräch gekommen. Er meinte, dass er für ein halbes Jahr in Deutschland war und dieses Land toll fände. Ich meinte nur, dass ich Griechenland wiederum schönter fände, weil das Wetter einfach besser ist.
Er klärte mich nun auf, dass er mitunter 15h am Tag arbeiten würde. Nie zum baden käme und dafür dann außerhalb der Saison keinen Job hätte. - Es tut mir leid. Aber ich musste diesem jungen Mann die Illussion vom Schlaraffenland nehmen. Ich habe ihn aufgeklärt, dass es auch in Deutschland Menschen gibt, die zwei oder drei Jobs haben, um halbwegs über die Runden zu kommen. Und dass diese Leute nicht mal auf ein Saisonende hoffen könnten, sondern so das ganze Jahr durchrackern würden. Ich habe ihm klar gemacht, dass sich die Länder so sehr gar nicht unterscheiden. Griechenland hat seine reichen Reeder, die das Geld horten und es sich gut gehen lassen. Und in Deutschland sind es eben Industrielle...

Eine christlich orthodoxe Kirche. - Als ich da drin war, haben auch Einwohner von Rethmno da gerade gebetet... deswegen keine Fotos von innen.

Die Nerantzes-Moschee