Montag, 1. August 2016

Wolfgang Hohlbein - „Das Buch“

ISBN: 9-783-570-30642-0

Ich hatte den "Schinken" schon eine gefühlte Ewigkeit im Regal stehen. Er war mal als Urlaubslektüre gedacht. - Allerdings schon vor Jahren. Und erst jetzt habe ich ihn gelesen.
Mein erster Eindruck war einfach nur toll, Kaum ein zweiter hat es so gut drauf, Fiktion und Wirklichkeit so geschickt miteinander zu verweben, wie Herr Hohlbein. - Seine Frau hat zwar auch mitgemischt, aber ob das so toll war, stelle ich mal dahin. Denn der zweite Eindruck war dann schon wieder anders. Denn da war es dann irgendwann langatmig. Die Story hat noch viele, meiner Meinung nach überflüssige, Haken geschlagen, bis sie dann endlich mal zum Ende kam. Und auch das Ende hätte einen größeren Schlag durchaus verkraftet.

Nun mal zum Inhalt:
Leonieda mag ihren Namen nicht. Sie sieht ihn als Strafe und nennt sich lieber Leonie.
Ihre Eltern sehen in ihr, die nachfolgende Besitzerin des Buchladens, den schon ihre Großmutter geführt hat. Aus diesem Grund soll sie in der Bibliothek ein Praktikum machen.
In der Bibliothek beginnen die seltsamen Ereignisse. Sie entdeckt die verborgene Tür in einen seltsamen Raum, in dem ihre eine noch seltsamere Maus begegnet.
Als kurz darauf die Großmutter unglücklich ums Leben kommt, verändert sich auch ihr Vater. Er hat plötzlich Geheimnisse vor ihr. Er betrügt sie quasi um ihr Erbe und beansprucht ein altes Buch, was vorher Großmutter gehört hat, für sich.
Leonie forscht nach und entdeckt im Keller eine Tür, die da vorher noch nicht war. Sie führt in eine unheimliche Welt. In ein Archiv mit abermillionen Schicksalsbüchern. Wo Scriptoren das Leben eines jeden Menschen minutiös aufzeichnen und alles im "Leimtopf" entsorgt wird, was nicht mehr benötigt wird.
Leonie entdeckt Stück für Stück ihre Gabe. Sie lernt schmerzhaft, dass es unrecht ist, was ihr Vater da gerade tut und begreift alles erst, als es fast zu spät ist.
Und dann begeht sie den Fehler ihres Lebens. - Am Ende  muss sie nicht nur ihre Familie, sondern die ganze Welt retten.

Also von mir bekommt das Buch die vollen 5 Sterne. Denn allein die Idee zu dieser Story ist einfach nur toll. Sicher hätte man das alles auch etwas kürzer umsetzen können, aber das schiebe ich seiner Frau in die Schuhe. Bücher, die er allein schreibt, sind wesentlich dünner.
Dass die Schwarte bei 859 Seiten nicht besonders handlich ist, ist wohl auch verständlich. Aber die Art zu schreiben, war genau so, wie ich es von Hohlbein gewohnt bin. Ausschweifend und mit vielen Worten. Trotzdem hatte ich zu keiner Zeit lange Weile. Die Neugier auf die nächsten Ereignisse hat mich immer vorwärts getrieben.

Wie gewohnt, hat es auf meiner Website wieder eine Leseprobe...

Wir lesen uns!