Samstag, 9. Juli 2016

Reiseberichte 03/2016

Achtung!!!
Dieser Artikel enthält Fotos der Ausstellung des Menschen Museums in Berlin.
Wer sich für dieses Thema nicht interessiert, wem diese Ausstellung suspekt oder gar zuwider ist, wer sich davor ekelt - BITTE NICHT WEITER LESEN!!!
















Ich habe mich also dazu durchgerungen, euch ein paar Bilder aus der Ausstellung von Professor Gunter von Hagens zu zeigen. - Wobei ich sagen muss, dass dieses Museum recht klein gehalten ist. Wir waren in etwa anderthalb Stunden durch. Als er noch mit der großen Sammlung durch Deutschland getourt ist, haben wir allein für die Ausstellung vier Stunden oder so gebraucht.
Aber interessant war es auf jeden Fall wieder. Ich kann nur immer wieder sagen, dass man hier als "Otto Normalverbraucher" Einblicke erhält, die man ansonsten nie bekommen hätte. Schon allein aus dem Grund, weil ja wohl kein Arzt dem Patienten freiwillig anbietet, dass man das Video von seiner eigenen OP kaufen kann.

Für diejenigen, die es noch nicht wissen. Professor Gunter von Hagens ist der Mann, der aus echten Menschen- und Tierleichen Plastinate herstellt. Die Technik hierzu hat er selber entwickelt und sich diese auch patentieren lassen.
In seiner Ausstellung zeigt er sowohl Ganzkörperplastinate, als auch Plastinate einzelner Organe oder Organgruppen. Heraus kommt die Erkenntnis, zumindest bei mir, dass der menschliche Körper ein absolutes Wunderwerk ist. 

Die Ausstellung selber ist thematisch geordnet, super erklärt und absolut gar nicht eklig. Die Gesichtszüge der Ganzkörperplastinate sind nicht mehr zu erkennen, man konzentriert sich also wirklich nur auf die Musekeln, Organe, das Funktionieren... und ich war einfach nur fasziniert. Genau so, wie damals in Berlin auch.

Fangen wir also an:
Hier handelt es sich um ein Plastinat, was einen gleich zu Beginn der Ausstellung "empfängt". Ein Mann und eine Frau wurde in eine akrobatische Pose "modeliert". Gut sichtbar sind hier die vielen vielen Muskeln, die ein Mensch hat und wie sie zusammen spielen. Dass man im Prinzip auch dann Muskeln benutzt, anspannte und bewegt, wenn man sich dessen gar nicht bewusst ist. Jetzt zum Beispiel, wie ich hier sitze und tippe, mein Körper ist nicht wirklich locker und entspannt. Ich brauche Muskeln, die mich in der sitzenden Postion halten, ich brauche Muskeln, um meine meine Finger zu bewegen. Und dann die Muskeln, die alles das steuern, was zum Überleben notwendig ist. Herzschlag... Atmung... die ganzen Drüsen, die zur Produktion angeregt werden müssen... alles Sachen, wo Muskeln im Spiel sind...

Hier sieht man einen Hüftknochten und den Oberschenkelknochen eines Menschen. Ein Teilplastinat also.
Darin eingebettet und gut eröffnet sieht man, wie es aussieht, wenn jemand ein künstliches Hüftgelenk bekommen hat. Wie gut das am Ende dann doch funktioniert und wie schwer die Operation eigentlich ist... und doch haben so viele künstliche Gelenke...
So sieht jedenfalls eine künstliche Hüfte aus. Gut zu sehen, die künstliche Gelenkpfanne mit der Gelenkkugel im Hüftknochen (links). An der Kugel dann eine Art Schaft, die nach Aussagen etlicher Operierter in den Oberschenkelknochen hinein gehämmert wird.... Wahnsinn.

Hier handelt es sich um eine durch die Krankheit "Skorilliose" stark verkrümmte Wirbelsäule. - Gar nicht so leicht zu erkennen... Und noch schwerer zu glauben, dass ein Mensch so, in dieser Haltung, gelebt hat.
unten sieht man den Hüftknochten. Und dann beginnt auch schon die Krümmung. So stark, dass die Wirbelsäule erst einmal von den Brustwirbeln verdeckt ist. Erst weiter oben kann man die Wirbelsäule wieder sehen. - Wahnsinn... dieser Mensch muss einfach nur höllische Schmerzen gehabt haben.

Ob dieser Mensch wirklich Turner war, weiß ich nicht. Die Identität wird ja nicht preis gegeben.... Auf jeden Fall sieht man auch hier die vielen vielen Muskeln am Körper. Selbst in den Füßen verbergen sich jede Menge Muskeln und Sehnen. - Ich kann es nur immer wieder sagen: Der menschliche Körper ist ein absolutes Wunderwerk!!!

Das ist wohl das Umstrittenste seiner Plastinate. - Die im achten Monat schwangere Frau. ... 
Ich kann es nur immer wieder wiederholen, ich habe so einen "Körperspendervertrag" zu Hause. Die Leute stellen sich zu Lebzeiten selber zur Verfügung. Und dieser Vertrag muss sogar noch von einem Verwandten ersten Grades, also Ehemann oder Eltern, oder aber einem Notar gegen gezeichnet werden. - Es werden keine Leute umgebracht, nur weil sie vielleicht gerade so gebraucht werden.
Diese Frau war zum Zeitpunkt ihres Todes nun im achten Monat schwanger. - Hier kann man dann gut die Lage des Kindes im Mutterleib erkennen. Man sieht deutlich, wie die Organe der Mutter nach oben gequetscht werden, weil das Kind ja Platz braucht, um zu wachsen. Das Kind hat sich schon in die richtige Lage für die Geburt gedreht. Es sieht fast so aus, als würde es bald geboren werden...


Es folgt noch ein Bericht vom Besuch auf dem Fernsehturm und dann ist die Berlin-Reise auch schon wieder komplett erzählt...
Und bitte, ein Shitstorm tut nicht Not! Dieses Museum wird bereits von der Stadt Berlin bereits boykottiert, wo es nur geht. Sie stehen kurz vor der Schließung. 
Meine Meinung dazu: Wen es nicht interessiert, der soll nicht rein gehen. Und wer es nicht gesehen hat, hat nicht das Recht sich darüber eine Meinung zu bilden. Ganz einfach!!!