Samstag, 23. Juli 2016

Film #78 - "Auschwitz - Out of the ashes"



Ein Film, der von der Beschreibung her, erst einmal nicht schlecht klingt. Er verspricht die brutale Wahrheit aus der Zeit des Nationalsozialismus.
Was soll ich sagen, er ist sicher ehrlich in seiner Botschaft. Er zeigt das Dilemma der Siegermächte der damaligen Zeit. Wo hört Schuld auf und ab wann war man Befehlsempfänger... Doch haben mich einige Szenen enttäuscht.

Im Kern geht es um Gisella Perl. Sie ist eine jüdische Gynäkologin, die Auschwitz überlebt hat. Nun ist sie nach Amerika ausgewandert und will dort praktizieren. Hierzu braucht sie aber die Staatsbürgerschaft. Und um dies zu bekommen, wird sie vor einem Tribunal über ihr Dasein und ihr Tun in Auschwitz ausgefragt. Man wirft ihr vor, mit den Nazis kollaboriert zu haben. Die glauben, sie habe mit den Nazis, und im Besonderen mit Dr.  Mengele, gemeinsame Sache gemacht.

Der Film besteht im Grunde, "nur" aus diesem Gespräch. Eingeblendet werden immer wieder Szenen aus Gisellas Leben.
Die Szenen im Ghetto, beim Transport und dann im Lager wurden sehr stark verharmlost. Die viel beschriebene und auch nachgewiesene Brutalität fehlt total in den Szenen. Das Geschehen wurde im Grunde komplett verharmlost.
Die Szenen vor diesem "Tribunal" fand ich da schon wesentlich schlimmer. Man wollte die Frau stellenweise gar nicht verstehen. Und sie hat sich gewunden und krampfhaft versucht, sich verständlich zu machen. - Unverständige Saftsäcke, dieses Tribunal.

Nein, ich kann diesen Film nicht wirklich weiter empfehlen. Da gibt es durchaus authentischer gemachte Filme zu diesem Thema. Und die Story selber stelle ich mir als Buch um Längen besser gemacht vor. - Ein Fall von einmal gesehen und dann im Regal verstaut.