Samstag, 11. April 2015

Malala Yousafzai - „Ich bin Malala“

ISBN: 9-783-4267-8689-5

Hups, hier war die Schrift um Einiges kleiner als gewöhnlich. Und das mit 348 Seiten, Malala hatte dann wohl doch eine ganze Menge über sich und ihr Leben zu erzählen.
Aber schon nach dem ersten Kapitel war mir klar, wo der ganze Umfang her kam. Hatte sie zunächst noch von ihrem Leben und dann auch dem Schuss geredet, so schweifte sie danach auch schon komplett ab. Sie berichtete von ihrem Vater und der Geschichte ihres Landes.
Erwartet hatte ich eigentlich viel mehr von ihr selber. Und dann auch nicht so durcheinander, sondern chronologisch geordnet, wie man das ja im Normalfall machen würde.
Die Paar Bilder, die am Anfang gehäuft und später dann so gut wie gar nicht mehr auftauchen, lockern das alles etwas etwas auf. Zum besseren Verständnis sind sie allerdings nicht nötig, da eine sehr einfache Sprache verwendet wird. Landestypische Begriffe werden sofort erklärt und alles in kurze Sätze verpackt. Im Anhang hat es dann auch noch einmal einen Glossar, wo man sich informieren kann. - Trotzdem hatte ich in diesem Fall leider kein Kopfkino. Wie gesagt, ich hatte hinter diesem Titel schon etwas anderes erwartet. Aber zu ihrer Entschuldigung sei gesagt, dass sich die Menschen ihres Schlages wohl viel mehr über die Familie definieren, als unsereins. Genau genommen, können wir Europäer uns mit unserem Egoismus an diesen Menschen durchaus ein Beispiel nehmen.
Gänsehautfeeling kam dann auf, als es wirklich an die Geschehnisse des Schusses ging. Erschreckend detailliert hat Malala davon berichtet, was passiert ist. Sie hat von den Behandlungen geschrieben, als hätte sie alles genau mitbekommen. Dazu gab es dann auch Bilder von ihr im Krankenbett. - Zu dumm, dass ich dann auf Schicht musste und erst einmal eine Lesepause einlegen musste. Die Tränen sind nämlich gekullert und ich musste die Schluchzer ganz schön unterdrücken. Und total verheult wollte ich nun doch nicht da erscheinen. - Beendet habe ich das Buch dann einen Tag später und es hat mich mächtig beeindruckt zurück gelassen. Eine ganze Weile hat es noch gebraucht, bis ich das alles verdaut hatte und wirklich realisieren konnte, dass dieses Mädchen den Friedensnobelpreis mal wirklich mehr als verdient hat.

Die Erstausgabe dieses Buche erschien am 08.10.2013 im Droemer Knaur-Verlag. Bereits im September 2014 gab es eine weitere Auflage. - Das allein spricht schon dafür, dass man sich dieses Buch ruhig mal antun sollte.
Die Bewertung hat von mir volle Punktzahl ergeben. Malala - dieses Kind - ist tief in ihrem Inneren schon viel eher erwachsen gewesen als so mancher von uns.

Eine Leseprobe gibt es wieder auf meiner Website. So könnt ihr euch selber ein Bild machen und euch von der Art zu schreiben beeindrucken lassen.

Wir lesen uns!