Donnerstag, 16. April 2015

Film #22 - „Night Will Fall“



Genau genommen ist handelt es sich hierbei nicht um einen Film, sondern um eine Dokumentation, die Arte in einer Reihe gesendet hat, anlässlich zum 70. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz. - Deswegen werde ich hier auch mal von der üblichen Aufteilung abweichen. Aber erwähnenswert fand ich den auf jeden Fall!

Die Beschreibung von Arte sagt:
Bei ihrem Vorstoß über Europa entdecken die Alliierten 1945 die ersten Konzentrationslager. Aus dem Entsetzen über das Bild der Grausamkeiten entsteht das Bedürfnis, alles zu dokumentieren. Britische, amerikanische und russische Kamerateams beginnen mit ihren Aufnahmen. Renommierte Regisseure wie Alfred Hitchcock und Billy Wilder werden beauftragt, aus dem Rohmaterial schonungslose Dokumente der Todeslager zu erschaffen. Als Teil der Psychologischen Kriegsführung sollen die Filme der deutschen Bevölkerung gezeigt werden.
Doch während die Amerikaner rasch mit einem kurzen Film an die Öffentlichkeit gehen, verzögert sich die Fertigstellung des britischen Films von Alfred Hitchcock. Und es ändern sich die politischen Vorzeichen. Unter dem Eindruck des beginnenden Kalten Krieges und der Wiederaufbaupläne für die westdeutschen Sektoren scheint es plötzlich nicht mehr opportun, die westdeutsche Bevölkerung nachhaltig mit ihren eigenen Verfehlungen zu konfrontieren. Der Film landet unvollständig in den Archiven, eine Filmrolle gilt bald als gänzlich verschollen.
Nach jahrelangen Recherchen und neu aufgetauchtem Material ist es dem Imperial War Museum nun gelungen, den Hitchcock-Film vollständig zu rekonstruieren. Er wurde im Rahmen der Berlinale 2014 erstmals öffentlich in Deutschland aufgeführt. Der Dokumentarfilm „Night Will Fall“ zeigt die Wiederherstellung des Hitchcock-Films mit den verantwortlichen Experten – und rekonstruiert zugleich mit Hilfe von Zeitzeugen - ehemaligen Lagerinsassen ebenso wie ehemaligen Soldaten und Kameraleuten - die Befreiung der Konzentrationslager 1944/45: Ungesehene Bilder und unerzählte Geschichten über eines der dunkelsten Kapitel des 20. Jahrhunderts.


So ein Fazit kann ich hier gar nicht schreiben. Fakt ist aber mal, dass mir die originalen Bilder ganz schön die Gänsehaut gebracht haben. Unverblümt und unzensiert werden hier Bilder gezeigt, die unmittelbar nach der Befreiung der Konzentrationslager gemacht wurden. Die Leichenberge, die lebenden Leichen und die Kinder, an denen der Herr Mengele seine Experimente gemacht hat.
Es wurden noch lebende damalige Internierte interviewt, wie sie den Lageralltag und die Befreiung erlebt haben. Tatsächliche Begebenheiten bekommen aus den Mündern mal eine noch ganz andere Bedeutung.


Auf jeden Fall ist der Film in der Mediathek von Arte zu finden. Und ganz ehrlich, diese Dokumentation ist mal mehr als sehenswert. Aber vorsicht, die Bilder sind nun wirklich nicht unbedingt etwas für zart besaitete Gemüter. Das ist echt grauselig, was ich da gesehen habe. -. Aber ich bereue es nicht, die Doku überhaupt gesehen zu haben.