Samstag, 3. Januar 2015

Romain Puertolas - „Die unglaubliche Reise des Fakirs“

ISBN: 9-783-10400-603

Ich habe keine Ahnung, wie man zum einen auf so eine Story, geschweige denn, auf so einen Titel kommt. Soll es nun witzig sein oder wirklich auf Probleme in aller Welt aufmerksam machen?
Bei dem Buch sitze ich mal wieder zwischen zwei Stühlen. Denn zum einen habe ich das Buch förmlich verschlungen, aber zum anderen bin ich auch entsetzt. Mehr als einmal ist die Rede von Flüchtlingen, die in kleinen Boten übers Mittelmeer kommen und dabei ihr Leben aufs Spiel setzen. Die Abschiebepolitik der Länder wird aufs Korn genommen und die Situation illegaler Einwanderer ziemlich verunglimpft.
Stellenweise merkt man sehr deutlich, dass der Autro um alles in der Welt witzig sein wollt. Gewehrsalvenartik haut er Aussagen raus, die mir schon nach kurzer Zeit nicht mal mehr ein Lächeln entlockt haben.
Der Inhalt ist auch recht schnell erzählt: Und zwar reist ein Fakir nach Frankreich. Er will bei Ikea ein Nagelbett kaufen. Für diese Reise hat er die Leute in seinem Dorf belogen und einen Taxifahrer geprellt.
Das Nagelbett kann er bestellen und im Ikea will er auch übernachten. Aber er ist gezwungen, sich in einem Schrank zu verstecken. Genau der Schrank wird aber verpackt und in einen Lkw verladen.
Im Lkw trifft er auf Flüchtlinge, mit denen er erst gemeinsam und dann getrennt auf eine Abschiebeoddyssee geschickt wird.
Seltsame Zufälle, wie sie eigentlich unmöglich erscheinen, ziehen sich durch das gesamte Buch. Und das Ende ist total vorhersehbar.

Wenn ich ehrlich bin, habe ich keine Ahnung, wie so etwas auf einer Bestsellerliste landen kann. Wenn ich hier Lektorin gewesen wäre, wäre das Buch nicht einmal auf den Markt gekommen.
Aber da ich es nun einmal gelesen habe, bekommt ihr natürlich wieder eine Leseprobe auf meiner Website.


Wir lesen uns!