Dienstag, 7. Januar 2014

Garry Kilworth - „Im Reich der Mäuse“

ISBN: 3-442-43690-7

Also in das Buch rein gekommen, bin ich hier in Rekordzeit. Schon die ersten fünf Worte haben mir alles klar werden lassen. - Der Autor hat hier einfach ein menschliches Abenteuer auf Mäuse projiziert und fertig war eine vollkommen neue Geschichte.

Hauptakteur ist Trödler. Eine junge Außenmaus der Rasse der Gelbhälse. Er lebt glücklich und zufrieden in der Hecke neben dem kleinen Bach. Doch irgendwann hat er einen Traum. Dieser stellt sich als Prophezeiung heraus, die ihn zum Helfer von vielen machen soll.
Mit der Ruhe ist es nun vorbei, denn Trödler macht sich eines Tages auf die gefahrvolle Reise, die Prophezeiung zu erfüllen.
Im Haus trifft er auf Mäuse, die sich zu verschiedenen Stämmen zusammen geschlossen haben und sich gegenseitig bekriegen. Alle sind sie auf die Speisekammer der Nacktlinge scharf. Oder zumindest auf ein paar Krümel von deren Inhalt.
Trödler fügt sich in deren Gemeinschaft ein und wird bald zum Held, als er helfen kann, den Plan zur Vertreibung der Nacktlinge, zu unterstützen.
Die Nacktlinge sind weg und die Mäuse nicht in dem Paradies, welches sie sich erhofft haben. Die Nahrung wird knapp, es ist kalt und ohne das Licht der Nacktlinge verlieren sie jedes Zeitgefühl. - Sie wollen sich auf die Suche nach dem gelobten Haus machen. Und das ist der Moment, in dem die Prophezeiung Wirklichkeit wird. Trödler soll die Expedition anführen. Er kennt sich als Außenmaus am ehesten mit den Gefahren auf offenem Feld aus.
Die Suche ist gefährlich und geht auch nicht ohne Verluste aus. Es gibt fast einen Streit mit den im Wald wohnenden Mäusen und dann werden sie ausgerechnet von einem gerettet, von dem sie dachten, dass die Nacktlinge ihn mitgenommen hätten.

Die Expedition ist die für Trödler vorausgesagte Prophezeiung und er kann sie mit wenigen Verlusten durchführen. Trotzdem kann man das Ende nicht als happy End bezeichnen. Denn Trödler will und geht in seine Hecke zurück. Doch auch hier hat sich einiges nicht zum Guten verändert.

Es war eine recht nette Unterhaltung, dieses Buch. Hier und da war es packend und spannend und dann wiederum konnte ich mir einen Schmunzler nicht verkneifen. Allein die Vorstellung, dass die Mäuse den Menschen aus den Häusern vertreiben wollen, um an deren Vorräten zu kommen, ist schon eine sehr amüsante Vorstellung.
Ich würde das Buch jetzt nicht in die Weltliteratur einordnen. Vielmehr sehe ich es als kleine und leichte Unterhaltung für zwischendurch.
Ich bin froh, dass ich für dieses Buch kein Geld ausgeben musste. Das hätte ich mit Sicherheit bereut.
Auch ein wiederholtes Lesen ist sehr unwahrscheinlich. Zum einen ist meine Leseliste zu lang und zum anderen hatte ich gegen Ende des Buches einen Kaufgummieffekt. Nach der Revolte der Mäuse hätte der Autor das Buch beenden sollen. Statt dessen liest es sich dann, als wolle er es unbedingt noch weiter in die Länge ziehen. Leider in dem Moment nicht so toll.

Eine Leseprobe findet ihr, wie immer, auf meiner Website.


Wir lesen uns.