Donnerstag, 26. Dezember 2013

Tierschutz? - Aber doch nicht an Weihnachten....

... so zumindest mein Eindruck gestern. Und dabei wollte ich doch einfach nur den Abend auf der Couch verlümmeln, ich hatte mich sogar dazu bequemt, mein Buch zur Seite zu legen, damit F. mich mal wieder ansprechen kann... und dann klingelte es...

... oh oh.... F. sein Bruder....
    .... oh oh... unangekündigter Besuch...

Während ich noch panisch meinen Blick durch den Raum gleiten ließ, ob evtl. was anstößiges rumliegt, hatte F. schon das Fenster geöffnet. 

Es waren irgendwelche wildfremden Leute, die uns auf die angefahren, noch lebende Katze auf der Straße vor unserem Haus aufmerksam machten. Sie dachten, dass das unser Tier wäre.
Ich sah eine weiß-rote Katze, die verzweifelt versuchte, mit dem Hintern hoch zu kommen, um abhauen zu können. Doch immer und immer wieder viel sie um, verschnaufte kurz, um dann einen neuen Versuch zu starten.

Ok... was nun? - Die Katze muss erlöst werden. Es hat keinen Wert, wenn die sich jetzt weiter quält.

Und dann begann sie, meine Odysee:

  1. Tierheim.... vielleicht haben die sowas mit ne Notrufnummer für solche Fälle. Die nennen sich doch Tierschutzverein. - Nummer gefunden, nicht mal im Internet, sondern im guten alten Telefonbuch. AB dran, nicht weiter verwunderlich, is ja Weihnachten. Dort ne Nummer vom Tiernotruf bekommen. - dort angerufen
  2. Am Telefon ein, der Stimme nach, junger Mann, der wissen wollte, wo das Problem liegt. Als ich mein Problem schilderte, hörte ich schon, wie er sich ein schallendes Lachen verkneifen musste. Auch als er mir dann klar machte, dass sie ja für sowas nicht zuständig wären und nicht kommen würden, merkte ich, dass er wirklich amüsiert war. - Er gab mir dann die Nummer vom Tierarzt, der sowas wie ein Notdienst macht. - Schon als ich dessen Namen hörte, war ich satt.
  3. Versuch, den Tierarzt anzurufen: Es klingelte lange und ich wollte schon auflegen, als dann doch noch jemand dran ging. Die Frau des Docs. - Auch ihr schilderte ich das Problem. "Ja, aber raus kommen können wir nicht. Ich weiß auch nicht, ob wir da was machen können!" 
Boar, ich war so SAUER!!!! - Auf der einen Seite wird überall Tierschutz propagiert und wenn man dann im Kleinen mal anfängt, rennt man ständig vor meterdicke Mauern.

Nach einer Diskussion hatte ich mich damit abgefunden, dass ich das Abspritzen der fremden, mir total unbekannten Katze, bezahlen musste, wollte ich das Tier erlösen. F. und ich waren gerade dabei, das Tier in eine alte Decke zu wickeln, damit sie nicht beißt vor Schmerz und Angst, wenn wir sie zum Doc transportierten, als Leute aus dem Ort kamen, ein Kind dabei hatten, was meinte, "ja das ist unsere".
Das Kind hatte die Katze als die der Oma identifiziert. Die Leute waren die Nachbarn der Oma, die die Katze für tot hielten und das Tier im Garten "beerdigen" wollten.

Die haben dann die Besitzerin der Katze geholt und sind statt uns mit dem Tier zum Arzt...

Die alte Frau tat mir leid... sowas an Weihnachten...
Die Katze tat mir leid.... wo eine Qual hat kein Tier verdient.

Zugegeben, ich bin nicht unbedingt ein Katzenfan, aber deswegen muss man die Tiere nicht wie den letzten Dreck behandeln. Und anfahren und abhauen ist für mich eine unwürdige Handlung. Das Auto bzw. der Fahrer kann froh sein, dass wir vom tatsächlichen Anfahren nichts mitbekommen haben. Ich wäre definitiv bei der Polizei gewesen. In der Hoffnung, dass auch hier sowas wie Fahrerflucht vorliegt.