Mittwoch, 20. April 2011

4 Tage Spätschicht

Nun will ich auch mal wieder ein Lebenszeichen von mir geben. Ja, ich lebe noch und es geht mir relativ gut.

Am Montag hing ich arbeitstechnisch noch in der Luft und wusste nicht, ob und wann ich einen neuen Einsatz bekomme. Und dann geht es ja auch immer darum, wo man landet und wie die Leute dort sind.
In dieser Woche darf ich eine Spätschicht machen. Allerdings liegt der Arbeitsort 60 km entfernt. Unterwegs sammle ich noch eine Kollegin ein, die auch mitfährt.
Mal ehrlich. Finanziell und stundentechnisch ist dieser Job ein Desaster. Wir bekommen nur 7 Stunden am Tag und alle vier Tage ist der Tank leer. Ich habe in der Zeitfirma schon angerufen und gesagt, dass das auf Dauer so nicht geht. Nicht nur, dass die Fahrerei auch nicht spurlos an mir vorüber geht, auch der Job selber ist mehr was für Männer.
Wir sortieren Federn. Aber nicht etwa kleine Federn. Nein, das sind Federn die an den Stoßdämpfern dran sind. Da gibt es schwere und leichtere. Die schweren haben wir zum Glück nicht sooooo oft. Aber auch die leichten haben es in sich, wenn man 5000 Teile am Tag schaffen muss. Aber wir sind zu viert. Also kommen pro Person so 1250 Teile. Neben dem Papierkram und dem ganzen Bürokram.

Allerdings ist die Firma alles andere als schön. Nicht nur, dass es in der Fabrikhalle ähnlich wie in einer Sauna ist. Keine zehn Minuten in der Bude drin, steht man schon im eigenen Saft und muss dann auch noch arbeiten.
Ich nehme am Tag 1,5 Liter Trinken mit und nehme zwischendurch auf der Toilette immernoch einen großen Hieb Leitungswasser, damit ich den Tag überstehe.
Mit der Toilette geht es weiter. Das ist ein reiner Männerbetrieb. Das heißt, dass wir Frauen in die Büroetage müssen, wenn wir mal müssen. Die wird aber irgendwann auch abgeschlossen. Die letzte Stunde müssen wir also ohne Toilette auskommen. Das heißt: nichts ist mit vor der Fahrt noch mal auf die Toilette. - Aber so oft muss ich gar nicht. Ich schwitze die Flüssigkeit schon raus.
In der Pause geh ich mit meiner Kollegin, die ich mitnehme immer raus, an die Luft. Das ist immer richtig herrlich, wenn man mal wieder etwas Sauerstoff tanken kann. - Allerdings stehen da nicht etwa Bänke. neeeeee, sowas gibt es nicht in der Firma. Nix is mit Pausenareal im Freien. Nur der stickige Pausenraum is da. - Wir haben uns dann auf die Wiese gesetzt, die da ist. Das ist natürlich auch nicht gern gesehen, weil das ja nicht gut aussieht. - Mal ehrlich, ich gehe auch heute und morgen wieder auf die Wiese. Ich bin nur Leiharbeiter und es kann nur gut für mich sein, wenn die mich aufgrund dessen wieder abmelden. BASTA

So, jetzt werde ich im Schlafzimmer noch ein paar Wollmäuse jagen und kurz durchsaugen und dann noch etwas vorm TV oder so sticken. Oder drausen. Bald ist mein Großprojekt fertig. Das Bild zeige ich euch dann auf jeden Fall. 
Das nächste ist auch schon vorbereitet. Das wird dann eine Weihnachtsüberraschung. Also kann ich das hier nicht veröffentlichen. Sonst ist das ja keine Überraschung mehr. *grins*

2 Kommentare:

  1. aber solltest du nicht in der anderen Firma bleiben? Das ist ja Mist. Ich hoffe, du kannst da wieder hin oder die finden was Besseres, das ist ja auch nicht üblich, dass man die Mitarbeiter (auch die festen MA) dort so komisch behandelt.

    Ich wünsche dir eine osterfreie Zeit und ein schönes langes Wochenende. LG

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  2. Ja, das ist so eine Sache. Der Qualitätschef hätte mich auch gern behalten. Aber seit dem die Firma einen neuen Werkleiter hat, führen die mit dem nen kalten Krieg. Er hat zwar ne Stelle für mich beantragt, aber eben nicht bekommen. Bin im Endeffekt nichts weiter als ein Bauernopfer.

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Ich kontrolliere den Post und veröffentliche ihn dann. Vielen Dank fürs Lesen