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Donnerstag, 25. August 2016

Mark & Lydia Benecke - „Aus der Dunkelkammer des Bösen“

ISBN: 9-783-76046-8

Mark Benecke ist ein Kriminalbiologe. Ein ziemlich bekannter noch dazu. Und doch sind seine Bücher bisher komplett an mir vorbei gegangen. Eigentlich totaler Frevel. Denn das, was der normale Bürger hier liest, bleibt ihm sonst nämlich verborgen.

Mark und Lydia Benecke nehmen die Täter in diesem Buch nicht etwas in Schutz. Vielmehr klären sie psychische Hintergründe der zweifellos schlimmen Taten auf. Echte Fälle deinen hier als Aufhänger. es zum zum Beispiel um Pädophilie und ihre verschiedenen Formen. es geht um Vergewaltiger und ihre Hintergründe und Lügenkonstrukte. Darum, was die Täter an Leichen fasziniert und das auch Nekrophilie verschiedene Ausprägungen haben kann.
Interessante Einblicke, die man so nie bekommen würde.

Ich weiß zwar nun, was so einen Nekrophilen bewegen knnte, wie sehr er selber eventuell gelitten hat, aber seine Taten entschuldigt das nicht. Er hat schließlich anderen Menschen Leid zugefügt. Und das gehört bestraft.
Mark Benecke erzählt aus seinem Job. Er ist ehrlich und zeigt offen auf, dass auch sein Job langweilige Seiten hat. Dann zum Beispiel, wenn er Experimente macht, um etwas zu beweisen.
Aufgeregt hat mich das Kapitel über die so genannten Justizirrtümer. Da werden Spuren nicht ausgewertet, um Geld zu sparen. Und dann sitzt ein Unschuldiger im Knast. - Ein durch und durch ehrliches Buch.
Trotz des Themas, ist das Geschriebene leicht verständlich. Sicher lies es sich nicht so einfach runter, wie ein Roman, aber trotzdem hat sich eine Spannung aufgebaut, die ich nur schwer beschreiben kann. Ich musste einfach wissen, was Herr Benecke noch alles zu erzählen hat.
Schriftbild und Seitengestaltung waren sehr angenehm für die Augen und Dauerlesen war ohne Probleme möglich. Allerdings nicht unbedingt nach einem langen und anstrengenden Arbeitstag. Es sollte schon noch genügend Aufnahmekapazität vorhanden sein.
Als Bewertung bekommt das buch von mir die vollen 5 Sterne. Solche Einblicke bekommt man nicht alle Tage.

Für jeden, der noch unentschlossen ist, hat es wieder die Leseprobe auf meiner Website. Und ansonsten...

Wir lesen uns!

Mittwoch, 24. August 2016

Reiseberichte #07/2016

Oder: Stasi-Gedenkstätte in Cottbus

Die "Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus" ist ein ehemaliges Gefängnis. In Cottbus liegt und lag es in direkter Nachbarschaft zu ganz normalen Wohnblocks.
Es wurde bereits 1860 gebaut. Zur NS-Zeit war es Jugendgefängnis und Frauenzuchthaus. es wurde bombardiert, woraufhin verschiedene Reparaturen erfolgten.
Zu DDR-Zeiten wurden die Gebäude als Stasi-Gefängnis genutzt. - Gunther von Hagens saß hier, wegen versuchter Republickflucht, ein. Er wurde frei gekauft.
2002 wurde das Gefängnis geschlossen. Die Häftlinge zogen in einem Neubau um.
Am 1. Februar 2008 wurden die Gebäude dem Menschenrechtszentrum zur Nutzung überlassen. Die Gedenkstätte kann entstehen.

Kalt und abweisend begrüßt einen der Eingang. - Dem Besucher wird von Anfang an klar, dass das hier kein Ort ist, an dem man Spaß haben sollte...

Die Gedenkstätte

Wir sind auf die Idee gekommen, weil Gunter von Hagens, damals noch Günther Lieblich, hier nach seiner misslungen Republikflucht eingesessen hat. - In seiner Ausstellung macht er keinen Hehl aus diesem Teil seines Lebens. Er hat ja sogar die original Zellentür in seiner Ausstellung eingebaut. 

Ein Künstler hat begonnen, den zahlreichen Mauerschussopfern einen Namen zu geben. Ein winziger Teil der Mauer steht bereits. - Allerdings braucht es Spenden für dieses Projekt. Man gibt sich jedoch nicht mit einem Euro oder so zufrieden, nein, der edle Spender soll einen Ziegel kaufen für 20 Euro... selbstverständlich kann man auch mehr...
Keine schlechte Idee, aber die Umsetzung ist dann doch etwas.... wie soll ich sagen... teuer?!
Wir sind da hin gekommen, da wurde mir gleich bewusst, dass das Härteste für die Gefangenen wohl die Nähe zum "normalen Leben" gewesen sein muss. Um das Gefängnis herum gab es Gärten, Wohnblock und ganz normalen Alltag in der DDR. - Klar, die Gefangen waren abgeschottet, sollten so wenig wie möglich davon mitbekommen... aber so ganz zu 100% waren sie eben doch nicht weg...

Und wieder hat ein so genannter Künstler gewütet...
Eine Zelle, wie sie völlig überfüllt, wohl einmal so gewesen sein muss. Ein Raum, 28 Betten, 28 Mann Belegung. Nicht jeder hatte zum Essen Platz am Tisch, und in einer halben Stunde, nach dem Wecken, hatten alle ihre Morgentoiletter erledigt zu haben, die Stube musste sauber, aufgeräumt und besenrein sein und alle bereit zu Arbeit.
Das alles mit nur einem einzigen Waschbecken, wo es nur kaltes Wasser gab, und einer Toilette.
Der Besucher wird von einem kalten, alten Tor begrüßt, der einem gleich die abweisende Atmosphäre dieses Ortes bewusst macht. Fast wie Hohn erschien mir in diesem Moment der Sonnenschein und die Tatsache, dass ich gerade "Urlaub" genoss.
Im Gebäude ist die Ausstellung in zwei Hälften geteilt. Gleich im Erdgeschoss erwartet den Besucher eine sehr theoretische Ausstellung. Die heutzutage üblichen Schautafeln mit endlosem Text, Bildmaterial und dem einen oder anderen Exponat. - Hier geht es um verschiedene Einzelfälle. - Auf dem Gefängnishof muss es auch eine Selbstverbrennung aus Protest gegeben haben.
Im zweiten Obergeschoss sind dann ein paar Zellen "zurecht" gemacht. Beispiele aus den verschiedenen Zeitfenstern des Hauses. Wobei ich die Anfänge, also um 1900 rum, noch am humansten und besten fand.
Danach sind die Zellen nur noch voller geworden.

Es konnte vorkommen, dass die Häftlinge, nach der Arbeit, ihre Zellen in so einem chaotischen Zustand auffanden. Dann hatte während ihrer Schicht eine Zellenfilsung statt gefunden. Statt dem wohl verdienten Schlaf, nach der Nachtschicht, musste dann aufgeräumt werden, bevor man in die Betten durfte.
Wenn etwas gefunden wurde, was nicht in den Zellen sein durfte, dann wurde der Schlaf auch mal komplett entzogen, oder es gab andere Schikanen.
Mein Eindruck
Sie haben es versucht! - Aber irgendwie war ich vom Gesamten enttäuscht. Da gibt es wesentlich besser zurecht gemacht Gedenkstätten.
Die Ausstellung im Erdgeschoss ist mir für diesen Ort einfach zu modern. Trocken und nüchtern wird von Einzelschicksalen berichtet. Hier und da liegt Häftlingskleidung in einem Schaukasten. Ein Babymützchen oder selbst gebastelte Sachen der Häftlinge. - Sicher haben die Menschen da allesamt sehr gelitten, aber das kann man ergreifender und interessanter darstellen. Die heutzutage gebräuchliche nüchterne Wandzeitungsgestaltung wirkt da nicht!
Der Zellengang im zweiten Obergeschoss war da schon gruseliger. Es war anschaulich, man konnte sich ein Bild der Enge, der Zustände machen. Es wurde einem bewusst, wie auch eine "normale" Möbelierung eines Büros zu einer Bedrohung werden konnte...

Eine "normale" Zelle.
Neun Betten, ein Tisch, Sitzgelegenheiten, ein WC, ein Waschbecken.... und Ende!!!
Im Gesamten war ich enttäuscht. Der Hof wirkte so bedrücken, man bekam fast Angst, da rein zu gehen... und dann wird das so verhunzt.
Da gab es einen Weg, den sind die Häftlinge immer von den Hafthäusern zur Zwangsarbeit gelaufen, den sind wir auch mal lang. Da stand unter anderem so ein Transportauto, wie sie es damals genutzt haben. - Eine Schautafel davor... Der Raum war abgeschlossen! Der Besucher kam nicht ran!
Warum macht man sowas?

Ok, es ist eine Gedenkstätte. Sensationen sucht man hier vergeblich... aber besser geht es auf jeden Fall, wie hier!

Dienstag, 23. August 2016

Reiseberichte 06/2016

ACHTUNG!!!
Dieser Beitrag enthält Bilder und Beschreibungen der Ausstellung von Dr. Gunther von Hagens, in Guben. Wer sich davor ekelt, oder dieses abstoßend findet, sollte diesen Artikel nicht lesen!!!














Oder: Ein erneuter Besuch bei Dr. Tod

Genau, Dr. Tod, diesen Beinamen hat die Presse Herrn von Hagens gegeben. - Über diese menschlichen Fehlbildungen, die sich "Beamten" nennen, könnte ich mich immer wieder aufregen. Den Herrschaften passt etwas nicht, also wird irgendeins dieser abstrusen deutschen Gesetzte her genommen, und schon beginnt der Kampf.
Die Presse pustet mit ihrer, oft unqualifizierten Meinung noch mit rein und die Herde sucht sich eine Seite aus...

Der Beginn der Ausstellung: Anhand von Pferdeköpfen werden die verschiedenen Methoden der Plastination bzw. Haltbarmachung erklärt. Bei der einen oder anderen sind die Nachteile auf den ersten Blick zu erkennen.
Aber ich komme vom Thema ab:
Gunther von Hagens unterhält in der Grenzstadt Guben ein Plastinarium. Im Unterschied zu der Ausstellung in Berlin, liegt das Hauptaugenmerk aber auf der Plastination selber. Und das bedeutet widerrum, dass neben den Plastinaten selber, auch der Weg zum Plastinat erklärt ist.
So ist, zum Beispiel an Pferdeköpfen, erklärt, auf welche Weisen man Präparate dauerhaft haltbar machen kann. Welche Vor- und Nachteile das haben kann...
Interessant auch die Präparate aus der Zeit vor Dr. von Hagens - verfärbt, geschrumpft, lang nicht so präzise wie heute...

Das erste Ganzkörperplastinat!!! - Leider musste wieder ein Tier als Versuchkaninchen her halten. Aber zumindest war es schon tot und musste keine Qualen leiden.

Das Highlight

... für mich...
War das Präparieren, life, an echten, noch nicht fixierten Präparaten.
In meinem Fall ein Bein. An der Hüfte oben vom Körper abgetrennt. Noch nicht fixiert... - ich war neugierig darauf, aber auch etwas vorsichtig, was mich da jetzt erwartet.
Am Ende hat sich eine ziemlich interessante Unterhaltung entwickelt. Die Hauptarterie habe ich gesehen. Den Unterschied zwischen Nervenbahn und Ader gesehen und den Ischiasnerv bis hinunter zu den Wasen verfolgt. - Nicht falsch denken, jetzt. Ich habe das Bein nicht selber angefasst. Ich stand nur am Tisch, an dem ein Präparator gearbeitet hat. Habe ihm quasi bei seinem Job über die Schulter geschaut.

Ein so genannter Venenkörper, eines Herzens.
In der Ausstellung waren mehrere Plastinate in der Art zu sehen. Unter anderem auch "Der Denker", ein menschliches Ganzkörperplastinat in dieser Art. Es ist Wahnsinn, wie stark durchblutet manche Regionen unseres Körper sind.

Präparierte Tiere...

Auch Tiere findet man in Guben. - Nicht nur präparierte, sondern auch lebende. Die sind sehr geschickt in den Übergang zwischen Mensch und Tier eingebaut. Dann findet man zum Beispiel einen präparierten Löwen, der gerade sein Beutetier angreift. Eine Giraffe als Scheibenplastinat, eine, die normal da steht und eine, die gerade ein Palme hoch klettert. Nicht typisch, aber gut gemacht.
Auch die präparierte Schlange fand ich sehr sehenswert.

Diese Station wirkt auf den ersten Blick wie die Werkstatt des Dr. Frankenstein... es handelt sich hier aber um die Erklärung, wie die so genannten Sprengschädel hergestellt werden.
Ein Sprengschädel ist ein so genanntes Explosionsbild. Der Schädel wird an den Sollbruchstellen, den so genannten Fontanellen, getrennt und mit Drähten wieder in Form gebracht. Allerdings mit Abständen. So kann man sich die Nahtstellen, Schwachstellen und Anordnung der verschiedenen Schädelstellen besser vorstellen.
Ich könnte mich jetzt stundenlang darüber auslassen, wie toll das da alles ist... - Auch hier kann ich nur empfehlen: Schaut euch das an! Ihr erhaltet Einblicke, die ein Leie so nie bekommen würde!

Zwei vertikale Scheibenplastinate vom Menschen. Rechts der "Normalgewichtige" und links ein stark übergewichtiger...

Am Ende...

war da, auf einem Innenhof, ein "Großtierbecken". Hier schwamm ein Hammerhei in einer Flüssigkeit. Er wartet dort auf seine Präparation.

Der Löwe "Icke", der im Zoo eines natürlichen Todes gestorben ist. Präpariert wurde er von "seiner Frau".
Wir hatten Glück, dass wir dieses Plastinat so bestaunen konnten. Es geht nämlich nach einer Woche schon in eine andere Ausstellung.
Aber es ist schon Wahnsinn, wie viele Muskeln an so einem Raubtier dran sind...

Montag, 22. August 2016

Reiseberichte #05/2016

Endlich hatte auch ich meinen ersten Urlaubstag. Endlich durfte auch ich mal durchatmen, Luft holen und wieder Mensch werden.
Von Januar bis Mitte August habe ich nun quasi durch malocht. Nicht einen Tag krank gewesen, dafür aber zwei Tage mehr oder weniger freiwillig auf Überstunden zu Hause gewesen...
Der Stress ging am Ende so weit, dass ich nicht einmal mehr großartig Lust auf Haushalt hatte. Einfach nur nach Hause und Füße hoch. Zu mehr war ich nicht mehr in der Lage...

Der Blick aus unserem Hotelzimmer... oder vielmehr vom Balkon in die Landschaft
Eine irgendwie traumhafte Lanschaft, absolut ruhige Lage... Erholung pur!
Am 19. August hatte aber auch ich endlich meinen lang ersehnten Urlaubstag. Und dann ging es auch gleich auf die erste Tour. - Nachdem wir die Körperwelten in Berlin gesehen hatten, wollte ich nun auch nach Guben. An den Ort, wo ein Teil der Plastinate, die gezeigt werden, auch entstehen.

Blick über den See, in dem ich übrigens auch mal schwimmen war. Das erste Mal in diesem Jahr...
Guben ist bei uns nicht gerade um die Ecke und wir hatten eine recht lange Anreise. - Aus diesem Grund sind wir am Freitag schon gefahren.
Die "Karpfenschenke" am Pinnower See entpuppte sich als Glücksgriff! Die Lage: absolut ruhig und direkt am See. Die Zimmer: hell und geräumig, kein Hoteleinheitsbrei, sondern liebevoll gestaltet mit dem einen oder anderen Highlight.
Und dann hatten wir auch noch Seeblick!

Eine der Waldwege, auf denen wir lang gelaufen sind.
Das ist so strange da!!! - Du hast Sand, Ostseesand nicht unähnlich, bist aber mitten in einem Kiefernwald!!!
Den Tag der Anreise haben wir dann noch zum Baden im See und eine Rundwanderung um den See genutz. Der Weg war etwas weiter, als gedacht, aber man möchte ja auch wissen, wo man ist. - Eine herrliche Landschaft, auf jeden Fall, bei der man glatt glauben könnte, man wäre an der Küste gelandet...

Das Hotel von der anderen Seite des Sees.... man ahnt die traumhafte Lage, oder?!

Sonntag, 21. August 2016

Wochenzusammenfassung 33. Kalenderwoche 2016

Allgemein:

Am Montag kam meine lange ersehnte Kette... was hab ich mich gefreut und sie auch gleich um getan. Denn am selben Tag hatte ich ja frei, der Muggel hat früher Feierabend gemacht und dann sind wir noch mal ins Reisebüro. Wir haben uns endlich einmal erfolgreich um eine Urlaubsreise kümmern können...

Am Freitag war dann auch mein erster Urlaubstag... Was habe ich das herbei gesehnt. Und dann war ich am Freitag Morgen doch wieder beizeiten wach... - Aber was solls denn... ich hatte sowieso noch den Koffer zu packen, weil wir nämlich schon am Freitag unsere erste Tour geplant hatten. 
Es ging nach Guben. Gunther von Hagens seine Ausstellung dort, hatte ich noch nicht gesehen. Und der Muggel ist mir zu liebe mitgefahren... *isser nicht lieb*
Auf jeden Fall hat es wieder sehr interessante Tage gehabt, die ich aber extra noch einmal besprechen werde.

Arbeit:

Am Montag hatte ich unverhofft frei. Das war nicht geplant, mir am Ende aber trotzdem total egal. Was wollte ich auch anders machen. Wenn keine Aufträge mehr da sind, dann sind keine mehr da und dann kann auch kein Mensch etwas daran ändern.
Am Freitag hatte ich dann schon Urlaub. Und das wird jetzt die nächsten drei Wochen auch weiter so sein.

Second Life:

Die Fawns testen sich so weit so gut. Rika hat wieder was zum breeden, auch wenn es noch nichts bringt, aber immerhin wieder einen Grund, sich überhaupt erst einmal wieder einzuloggen.

Topp der Woche:

Das Wochenende mit seinen Erlebnissen und den Eindrücken.

Flop der Woche:

Die Tatsache, dass wir schon wieder herbstliche Temperaturen haben, ohne überhaupt jemals wirklich vom Sommer reden zu können (in diesem Jahr).